Eigener Beirat oder nur Projektgruppen? Politik will mehr Jugend in Stadtteilarbeit

Horn-Lehe.Wo halten sich Jugendliche aus Horn-Lehe gerne auf? Wie gestalten sie ihre Freizeit? Was würden sie gerne verändern? Der Fachausschuss Soziales und Kultur möchte Jugendliche gerne stärker in die Stadtteilarbeit einbinden.
11.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter

Wo halten sich Jugendliche aus Horn-Lehe gerne auf? Wie gestalten sie ihre Freizeit? Was würden sie gerne verändern? Der Fachausschuss Soziales und Kultur möchte Jugendliche gerne stärker in die Stadtteilarbeit einbinden. Aus diesem Grund stand die jüngste Sitzung des Ausschusses ausschließlich unter dem Motto „Jetzt kommt ihr zu Wort“.

In entspannter Runde trafen sich Stadtteilpolitiker, Pädagogen und rund ein Dutzend Jugendliche im Jugendhaus Freizi an der Curiestraße, um zunächst persönliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse darzulegen. Jessica Jagusch, stellvertretende Ortsamtsleiterin, bat die Jugendlichen eingangs, ihren Wunsch nach Mitbestimmung mittels einer Skala zu verdeutlichen. Die Mehrheit pendelte sich dabei zwischen „eigentlich schon“ und „total wichtig“ ein.

Nach Orten gefragt, an denen sie sich gerne aufhalten, wurden gleich nach dem Dönerladen das Freizi und auch die An–

dreasgemeinde als besonders beliebt genannt. Unter freiem Himmel treffe man sich besonders gerne auf dem Spielplatz am Ententeich, was auch Streetworker Gunnar Erxleben bestätigte: „Bei gutem Wetter ist da der Bär los.“ Auch der Sportgarten hinter dem Freizi werde genutzt, aber eben auch nur bei gutem Wetter.

Auf die Hütte vor dem Freizi angesprochen erklärten die Jugendlichen unisono, dass deren Stabilität nicht sonderlich zu trauen sei. Außerdem regne es durchs Dach. Somit konnte fürs Erste schon ein wetterfester Unterstand in der Rubrik Bedarf notiert werden.

Ein anschauliches Beispiel, wie sich aus verhältnismäßig einfachen Mitteln ein regensicherer Treffpunkt gestalten lässt, lieferte Ulla Ulland aus Huchting. Als Mitbegründerin der „Nachtwanderer“ steht sie seit acht Jahren in engem Kontakt mit Jugendlichen, wenn sie mit ihren Kollegen nachts durch Huchtinger Straßen geht und sich als Ansprechpartnerin zur Verfügung stellt. Auf Wunsch der dortigen Jugendlichen hätten sie im Stadtteil gerne nach einem Stuhrer Vorbild eine Schutzhütte als neuen Treffpunkt aufgestellt, erzählte Ulland. Die sei mit 15000 Euro aber nicht finanzierbar gewesen, und nun habe man einen gespendeten alten Baucontainer für knapp 1100 Euro mit viel ehrenamtlichem Engagement zur Schutzhütte umgebaut: Der dient ab sofort als wetterunabhängiger Treffpunkt. Den Jugendlichen im Freizi Horn-Lehe gab sie mit Nachdruck den Rat: „Setzt euch ein – es lohnt sich!“

In welcher Form Jugendbeteiligung im Stadtteil stattfinden wird, ließen die Initiatoren des Treffens bewusst offen. Zunächst einmal werde es einen weiteren Termin geben, um konkrete Wünsche zu formulieren und Projektmöglichkeiten zu diskutieren. Ob daraus am Ende ein Jugendbeirat oder eine Projektgruppe erwachse, soll sich ganz an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren. In jedem Fall halte der Beirat ein Budget für anstehende Jugendprojekte vor, erklärte Sprecherin Catharina Hanke (SPD). Auf die genaue Höhe müsse man sich allerdings noch verständigen.

Als weiteren Wunsch konnten die Stadtteilpolitiker eine Skater- und BMX-Bahn mit aus der Runde nehmen, die seinerzeit im Zuge der Umbauarbeiten am Freizi aus Kostengründen nicht mehr realisiert werden konnte. Außerdem wurde die Idee geäußert, dem Freizi durch Flyer zu noch mehr Präsenz zu verhelfen.

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