Austrittswelle erfasst die Bremer AfD 22 von 150 Mitgliedern verlassen den Landesverband

Nach der Wahl von Frauke Petry zur Bundesvorsitzenden der „Alternative für Deutschland“ (AfD) sind die Bremer Parteimitglieder verunsichert. „Sie haben Klärungsbedarf“, so Pressesprecherin Hanne.
07.07.2015, 18:00
Lesedauer: 1 Min
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22 von 150 Mitgliedern verlassen den Landesverband
Von Jan Oppel

Nach der Wahl von Frauke Petry zur Bundesvorsitzenden der „Alternative für Deutschland“ (AfD) sind die Parteimitglieder in Bremen verunsichert. „Sie haben Klärungsbedarf“, sagt Pressesprecherin Antonia Hanne.

Petry hatte die Wahl auf dem Parteitag in Essen am Sonnabend mit Stimmen aus dem rechtsnationalen Parteiblock gewonnen und somit den bisherigen Amtsinhaber Bernd Lucke abgelöst. Die Bremer AfD ist überwiegend dem liberal-konservativen Lucke-Lager zuzurechnen. „Wir haben unseren Wählern etwas versprochen“, sagt Hanne. „Und das ist mit dem, was Frau Petry vertritt, so nicht vereinbar.“

Wie es nach dem Führungswechsel für den Bremer Landesverband weitergeht, sei derzeit unklar. Wie AfD-Bundespressesprecher Christian Lüth mitteilt, haben seit Sonnabend bereits 22 der rund 150 Mitglieder den Bremer Landesverband verlassen. Bundesweit registriert die AfD-Geschäftsstelle insgesamt 512 Austritte. Das entspricht 2,5 Prozent aller Mitglieder.

„Kaum zu ertragen, wenn alle Freunde die Partei verlassen!“

„Kaum zu ertragen, wenn alle Freunde die Partei verlassen!“, beklagt Bürgerschaftsmitglied Piet Leidreiter beim Kurznachrichtendienst Twitter. Wie Christian Schäfer, Sprecher des Landesvorstandes, ist auch Leidreiter dem von Lucke und einigen Mitstreitern gegründeten AfD-Verein „Weckruf 2015“ beigetreten. Schäfer macht gerade Urlaub in Bayern. Er hoffe, dass es in Bremen bei wenigen Austritten bliebe, sagt er am Telefon. Ob mit dem Vorstandswechsel ein Rechtsruck durch die Partei geht, will Schäfer nicht beurteilen: „Ich vertrete meine Position genau so weiter, wie bisher – ohne Abstriche.“

Lucke und andere „Weckruf 2015“-Mitglieder teilten am Dienstag mit, sie seien über den Rechtsruck entsetzt. Lucke sagte, die Neugründung einer Partei sei jetzt ein Thema, das „massiv auf uns zukommt“. Der „Weckruf 2015“-Vorstand will bis Donnerstag die Haltung seiner Mitglieder abfragen. Danach werde man ein „starkes Signal“ senden.

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