Winterdienstbilanz der Bremer Umweltbehörde

4500 Tonnen Streusalz auf den Straßen verteilt

Bremen. Der Winter ist fast vorbei. Schnee und Eis bleiben Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern nur begrenzt als weiße Winterpracht in Erinnerung. Die vergangenen zwei Monate hinterlassen vor allem wegen der permanent ungeräumten Straßen und Gehwege einen bleibenden Eindruck.
24.02.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
4500 Tonnen Streusalz auf den Straßen verteilt
Von Michael Brandt
4500 Tonnen Streusalz auf den Straßen verteilt

Der harte Winter hat den Städten und Kommunen viel Geld gekostet. Nun fordern sie finantzielle Hilfen der Bundesregierun

Frank Thomas Koch

Bremen. Der Winter ist fast vorbei. Schon jetzt ist aber klar, dass Schnee und Eis den Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern nur begrenzt als weiße Winterpracht in Erinnerung bleiben werden. Die vergangenen zwei Monate hinterlassen vor allem wegen der permanent ungeräumten Straßen und Gehwege einen bleibenden Eindruck. Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) findet dennoch: 'Wir haben das gut und ordentlich gemacht.'

Wie am Dienstag bekannt wurde, wurden in diesem Winter bisher 4500 Tonnen Streusalz auf den Bremer Straße verteilt, die Autobahnen ausgenommen. In einem normalen Winter reichen in Bremen rund 1200 Tonnen. Durch Salz und Personal sind bisher Mehrkosten von rund einer Million Euro entstanden.

An mehr als 50 Tagen waren die Mitarbeiter des Winterdienstes seit dem 17. Dezember auf den Beinen, haben Schnee geschaufelt, Straßen geräumt, Kreuzungen gestreut. 'Ein Ende des Dauereinsatzes ist bislang nicht absehbar', sagte der Senator gestern in der Bürgerschaft trotz des derzeitigen Temperaturanstiegs. Laut Loske lag die Zahl der Einsatztage über die komplette Winterperiode in den letzten Jahren im Schnitt bei 35 Tagen.

Krankenstand bei 30 Prozent

Bei der Entsorgung Nord (Eno), beim Bremer Eigenbetrieb Stadtgrün und beim Amt für Straßen und Verkehr (ASV) habe sich eine gewaltige Zahl an Überstunden aufgetürmt. Grund: Die Mitarbeiter hätten zum Teil zwei- oder dreifache Einsätze am Tag übernommen. 'Für die Mitarbeiter ist die Grenze der Belastungsfähigkeit erreicht.' Der Krankenstand liege bei bis zu 30 Prozent. Und auch die Maschinen würden durch den langen Winterdienst zunehmend reparaturanfällig.

Loske sprach sich gegen den Vorschlag der FDP aus, eine nationale Streusalz-Reserve einzurichten. Das sei eine 'populistische Forderung'. Erbost äußerte er sich darüber, dass Unternehmen, die Salz liefern, ihre vertraglichen Zusagen nicht einhalten würden. 'Das ist ein Problem.' Die Firmen hätten ihre Lieferungen teils drastisch reduziert, teils ganz eingestellt. Und schließlich monierte Loske, dass auch nicht alle Geschäftsleute in der Innenstadt die Wege vor ihren Läden von Schnee und Eis befreit hätten.

Es war eine erste Nachlese, die gestern zum Winterdienst in der Stadtbürgerschaft stattfand. Die Fragen dazu hatte der CDU-Abgeordnete Dieter Focke eingereicht. Er bezog sich dabei unter anderem auf den Kompetenzstreit zwischen Loske und Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Focke wollte wissen: 'Meinen Sie, dass Sie alles richtig gemacht haben?' Loske räume ein, dass Verbesserungen und Veränderungen möglich seien, dass der Winterdienst im Vergleich zu anderen Städten aber gut gelaufen sei.

Ein ausführlicher Bericht mit allen Zahlen und Fakten soll später der zuständigen Deputation für Bau und Verkehr vorgelegt werden, kündigte Reinhard Loske auf Nachfrage des Linken-Abgeordneten Klaus-Rainer Rupp an.

Nicht zur Sprache kamen gestern in der Bürgerschaft die Schlaglöcher, die Frost und Feuchtigkeit in die Fahrbahnoberflächen gesprengt haben. Wie berichtet, soll bis Ende April eine Bestandsaufnahme Klarheit darüber liefern, welche Straßenschäden der Winter hervorgerufen hat und welcher Reparaturaufwand sich daraus ergibt. Für die Hauptverkehrsadern zeichnet sich bereits ein deutliches Bild ab.

Zusätzlich zu den rund zehn Millionen Euro, die sich ohnehin im Reparaturhaushalt für die Straßen befinden, hat das Ressort bekanntlich als erste Reaktion eine Finanzspritze von drei Millionen Euro extra angekündigt. Offenbar reicht das aber nicht aus, es fehlen weiterhin mehrere Millionen. Denn wie es heißt, werden die Mehrkosten für die Schlagloch-Reparatur auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag geschätzt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+