Umstrittene Baustelle Stadtwerder Ab heute - Baupläne für Stadthäuser zu sehen

Bremen. Heute ist es soweit. Die Entwürfe zum Bau freistehender Stadthäuser auf dem Stadtwerder sind von heute an zu sehen. Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing: "Neben der Überseestadt geht es dabei um das ambitionierteste Bauprojekt Bremens."
21.01.2010, 03:00
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Ab heute - Baupläne für Stadthäuser zu sehen
Von Wigbert Gerling

Bremen. Eckig gemauert, emporragend, roter Stein, Grundstück zwischen Weser und kleiner Weser – klingt nach umgedrehter Kommode, ist aber keine. Vielmehr ist es eine preisgekrönte Architektur, die im Wettbewerb „Freistehende Stadthäuser“ prämiert wurde und zu den Siegern zählt. Und wenn Form und Farbe eine gedankliche Verbindung zur benachbarten umgedrehten Kommode aufkommen lassen, dann muss das kein Zufall sein.

„Es geht neben der Überseestadt um das ambitionierteste Projekt“, erklärte am Mittwoch Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing bei der Präsentation der prämierten Planungen für den Stadtwerder. Mehrere hundert Wohneinheiten werden dort gebaut. Derzeit läuft, nachdem 24 alte Wasserbecken aufwendig entsorgt wurden und das Material für den Baugrund recycelt worden ist, die Erschließung. Der eigentliche Baubeginn steht im August auf der Tagesordnung.

Bei dem aktuellen Wettbewerb ging es um die Gestaltung von „Stadthäusern“ für das Baufeld, das an der südlichen Flanke liegt und damit an der Sonnenseite auf dem Stadtwerder. Je nach Zuschnitt der Grundstücke können dort um die 20 freistehende Bauten entstehen. „Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch an die Architektur gestellt“, betonte am Mittwoch Jürgen Lüthge, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Stadtwerder (PGS), die auch die richtige Adresse für Interessenten ist. Vom 21. Januar bis zum 4. Februar sind die eingereichten Arbeiten der Büros im Foyer des Siemens-Hochhauses zu sehen.

Um eine stimmige „architektonische Handschrift“ für dieses Baugebiet zu sichern, so Senatsbaudirektor Höing, seien den Gestaltern klare Vorgaben gemacht worden. Sie sollten Häuser planen, die aus Materialien wie Naturstein, Beton oder Ziegel bestehen. Die Gebäude sollen kubische Formen und drei Geschosse haben, was einer Gesamthöhe von etwa neun Metern entspricht. Die Architektur soll eine Aura von Großzügigkeit und Weltoffenheit verströmen; an der Südseite wurde Wert auf einen „großen Glasanteil“ gelegt. Und die Grundstücke sollten nicht dadurch „zugestellt“ werden, dass irgendwo am Rand oder in einer Ecke die Garage platziert wird.

Vielmehr mussten die Architekten Vorschläge einreichen, die die überdachten Auto-Stellplätze in den Bau integrieren. Auch Tiefgaragen waren nicht erwünscht – nicht zuletzt, um den Bau unattraktiver Zufahrtsrampen auszuschließen, wie Lüthge betonte.

16 Architekturbüros aus Bremen, aber auch aus Münster und Hamburg hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt, der von der PGS und dem Bauressort ausgelobt worden war. Es wurden nicht, wie sonst üblich, lediglich ein oder zwei Sieger gekürt. Vielmehr sollen die künftigen Käufer und Bauherren die Chance haben, mit dieser Ideensammlung „aus einem reichhaltigen Angebot ästhetisch und architektonisch hochwertiger Entwürfe das Haus auszuwählen, das für die individuellen Ansprüche am besten geeignet ist“ so Lüthge.

Das Hamburger Büro Wacker + Zeiger stellt sich beispielsweise das „freistehende Stadthaus“ auf dem Stadtwerder in heller Stein-Verblendung mit einem Wechselspiel aus Glas und Mauerwerk vor. Die Gruppe GME aus Achim setzt ebenfalls auf eine lichtdurchflutete Architektur mit gläsernen Gebäudeecken. Und vom Bremer Büro Theis Jansen stammt der Typ, bei dem die gedanklichen Verbindungen zur umgedrehten Kommode aufkommen können. Insgesamt wurden zehn Entwürfe ausgewählt.

PGS-Geschäftsführer Lüthge erklärte, alle würden nun in einer „Gestaltungsfibel“ dargestellt, die von Interessenten angefragt werden könne. Auf diesem Weg könnten Käufer und Bauherren dann, falls gewünscht, „in einfacher Weise mit dem jeweiligen Preisträger Kontakt aufnehmen“, mit ihm die Vorstellungen genau diskutieren, um dann gemeinsam in die konkrete Planungs- und Realisierungsphase einzutreten.

Die Architekten hatten sich auch Gedanken um die Zuschnitte der Grundstücke gemacht. Demnach haben diese eine Größe zwischen rund 550 und 1200 Quadratmetern. Die Häuser sind zwischen 150 und 300 Quadratmeter groß.

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