Gegner wollen am Sonnabend demonstrieren AfD-Parteitag beginnt mit heftigen Debatten

In Bremen hat am Freitagabend der AfD-Parteitag begonnen. Richtig spannend wird es allerdings erst am Sonnabend, wenn 2000 Mitglieder tagen und sich Gegner der Partei zu einer Großdemonstration treffen.
30.01.2015, 15:46
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AfD-Parteitag beginnt mit heftigen Debatten
Von Hans-Ulrich Brandt

Beifall ohne Worte: Bernd Lucke lässt sich wie ein Popstar feiern, dabei hatte er noch nichts gesagt. Frauke Petry demonstriert mit einer kämpferischen Rede, dass sie im Streit um die Parteiführung mitzureden hat. Doch die Rivalität an der Spitze der Alternative für Deutschland (AfD) ist nichts im Vergleich zu dem basisdemokratischen Fundamentalismus, den einige der etwa 1600 Mitglieder am Eröffnungsabend in Bremen zeigen. Buhrufe, heftige Debatten um die Tagesordnung, Gegenanträge – letztlich stimmte die Mehrheit dann doch für die Parteitagsregie des Vorstands.

Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten, es wurde gestern Abend zum Auftakt des 3. Bundesparteitags der AfD von den Parteisprechern gleich mehrfach strapaziert: Esel, Hund, Katze und Hahn hätten sich auf den Weg nach Bremen gemacht, um dort ein besseres Leben zu finden. Und so verschieden wie die vier Stadtmusikanten sei auch die AfD-Spitze. Wenn es aber darum ginge, für ein Leben in Freiheit zu kämpfen, sei man sich einig.

Der Parteitag hatte noch gar nicht offiziell angefangen, da stellten die drei AfD-Sprecher Bernd Lucke, Konrad Adam und Frauke Petry – zusammen mit dem Brandenburger Landeschef Alexander Gauland – unter Beweis, dass ihr demonstrativer Schulterschluss vor der Presse nicht lange halten sollte. Die sächsische Landesvorsitzende Petry hatte es da in ihrer Begrüßungsrede schon treffender ausgedrückt. „Manchmal getrennt und zeitlich versetzt marschieren, aber stets gemeinsam schlagen – das sollten wir uns auch in der Parteispitze hinter die Ohren schreiben.“

Petry heizte vor der so langwierigen wie heiklen Debatte über die Festlegung der Tagesordnung den AfD-Mitgliedern im ohnehin heißen Saal des Congress Centrums mächtig ein. Unter tosendem Applaus sprach sie vom „geschmacksfreien Brei der etablierten Parteien“, von „Harmoniesuppe und Gleichmacher-Diät“. Die AfD sei die „erfolgreichste Parteigründung seit den Grünen“ und werde „sehr bald“ beweisen, dass sie regierungsfähig sei.

Am Sonnabend steht die Abstimmung über eine neue Satzung im Mittelpunkt, zu der über 2000 Mitglieder erwartet werden. Dabei geht es um die Frage, ob die AfD künftig von einem Vorsitzenden und mehreren Stellvertretern geführt werden soll. Auf der Tagesordnung findet sich auch eine „persönliche Erklärung“ Luckes. Medienvertreter sollen davon ausgeschlossen werden. „Ich möchte darin nur über private Dinge sprechen und das nicht vor der gesamten Öffentlichkeit tun“, sagte Lucke. Zuvor will die AfD über Steuer- und Familienpolitik diskutieren. Als Gastredner ist Jürgen Borchert, Ex-Richter am Landessozialgericht in Hessen, eingeladen.

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