Kommentar über Bremen als Stadtstaat

Alarmzeichen

Das Motto "Einmal Bremer, immer Bremer" schwindet. Die Umfragewerte zur Eigenständigkeit Bremens sollten die Politiker dazu verleiten, Probleme schneller anzupacken, meint Redakteur Mathias Sonnenberg.
24.01.2017, 00:00
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Von Mathias Sonnenberg
Alarmzeichen

Der Blick ins niedersächsische Umland macht neidisch.

dpa

Das Motto "Einmal Bremer, immer Bremer" schwindet. Die Umfragewerte zur Eigenständigkeit Bremens sollten die Politiker dazu verleiten, Probleme schneller anzupacken, meint Redakteur Mathias Sonnenberg.

Nur noch 55 Prozent der Bürger des Landes Bremen sind für die Eigenständigkeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage. Und heißt: Fast jedem zweiten Bremer ist das Alleinstellungsmerkmal als Stadtstaat völlig egal. Auch die Aussicht, dass Bremen im Falle eines Zusammenschlusses mit Niedersachsen nur noch eine Provinz-Hauptstadt auf Augenhöhe mit Oldenburg wäre, scheint den Bremern egal zu sein.

Für die Politik ist das ein Alarmzeichen. Natürlich bedeutet die Mobilität der Menschen auch eine Entfremdung mit der Heimat. Einmal Bremer, immer Bremer, das Motto schwindet in Zeiten der Schnelllebigkeit und Globalität. Aber viele Bremer spüren auch, dass sich die Dinge in dieser Stadt zu langsam entwickeln.

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Kita-Ausbau, bezahlbarer Wohnraum, Schulpolitik – beim Blick in das niedersächsische Umland kann ein Bremer schon mal neidisch werden. Auch wenn dieser Vergleich ganz sicher nicht fair ist. Für Bremer Politiker müssen die Umfragewerte Anlass sein, Probleme noch schneller anzupacken. Und für Aufklärung zu sorgen, dass ein Bremer als Niedersachse nicht automatisch bessere Perspektiven hätte.

mathias.sonnenberg@weser-kurier.de

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