Kabelschächte der Bahn zerstört Atom-Gegner bekennen sich zu Brandanschlägen

Unbekannte haben nach Angaben der Bahn in mehreren Bundesländern Brandanschläge auf Kabelschächte und Signalanlagen verübt. Im Internet bekennen sich Atomkraft-Gegner zur der Aktion.
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Unbekannte haben in mehreren Bundesländern Brandanschläge auf Kabelschächte der Deutschen Bahn verübt. Ein angebliches Bekennerschreiben weist auf eine Protestaktion gegen die Bahn hin.

Reisende mussten am Samstagvormittag rund um Kiel und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Hannover mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Betroffen sind nach Angaben der Bahn die Strecken Hamburg-Hannover, Hamburg-Bremen und Hamburg-Berlin.

In Bremen entfernten die Täter am Samstagmorgen an der Parkallee die etwa 15 Kilo schweren Betonplatten von den Kabelschächten. Danach legten sie Feuer. Auch in Wittenberge in Brandenburg gab es Anschläge.

Die Bundespolizei will zumindest für die Taten in Bremen und Niedersachsen einen Zusammenhang nicht ausschließen. "Es wäre schon sehr merkwürdig, wenn die nicht zusammenhängen würden", sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Hannover.

Bekennerschreiben veröffentlicht

Derweil ist auf dem linksalternativen Portal "Indymedia" ein Bekennerschreiben veröffentlich worden, in dem sich Atom-Gegner zu dem Anschlag bekennen. "In der Nacht auf dem 8. November haben wir an mehreren Orten das Streckennetz der deutschen Bahn sabotiert, mit dem Ziel dieses zu stören und dem Konzern wirtschaftlichen Schaden zuzufügen", heißt es dort.

Mit dieser Aktion wolle man auf die Bedeutung der Bahn bei Castortransporten aufmerksam machen und an den Tod eines französischen Aktivsten erinnern, der vor zehn Jahren bei einer Protestaktion von einer Lok überfahren wurde, heißt es in dem Schreiben.

Beinträchtigungen wahrscheinlich bis Sonntagabend

An beiden Orten legten die Brandstifter zwischen 5 Uhr und 6 Uhr das Feuer in den Kabelschächten. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Wie die Täter die Anschläge verübt haben, konnte die Bundespolizei noch nicht sagen. "Wir sind ganz am Anfang der Ermittlungen."

"Die Auswirkungen sind erheblich", sagte eine Bahnsprecherin. Neben den defekten Stellwerken ist auch der Funkverkehr zu den Zügen ausgefallen. Die Lokführer müssen zum Teil auf Sicht fahren. Deshalb wird auch nach dem Ende des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL am Samstagabend weiterhin der Ersatzfahrplan in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gelten. Voraussichtlich erst ab Sonntagabend werden die Regional- und Fernzüge wieder normal rollen.

(dpa/stl)

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