Prozess gegen Werder-Ultra Valentin S. Auch Richter will neuen Staatsanwalt

Die Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen Richter und Staatsanwalt im Verfahren gegen die Werder-Ultras Valentin S. und Wesley S. wurden abgelehnt. Trotzdem gab es wieder eine Überraschung.
26.05.2016, 17:00
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Auch Richter will neuen Staatsanwalt
Von Ralf Michel

Die Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen Richter und Staatsanwalt im Verfahren gegen die Werder-Ultras Valentin S. und Wesley S. wurden abgelehnt. Aber für eine Überraschung war auch der 14. Verhandlungstag des Prozesses am Landgericht gut.

Allerdings kam sie diesmal nicht von den Anwälten, sondern vom Vorsitzenden Richter Manfred Kelle. Der teilte mit, dass er den Leitenden Oberstaatsanwalt Janhenning Kuhn angerufen und um die Ablösung des Staatsanwaltes Bernzen gebeten habe, der den Prozess seitens der der Anklagebehörde führt. Zumindest aber sollte ein weiterer Staatsanwalt hinzugezogen werden, so Kelle. Er sehe die Führung des Verfahrens durch die wiederholten Auseinandersetzungen um den Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft als belastet an.

Kuhn habe jedoch weder zur Ablösung noch für weitere Maßnahmen Veranlassung gesehen, teilte Kelle mit. Deutlicher formulierte dies Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Wir sehen nicht einmal ansatzweise Anhaltspunkte für eine solche Maßnahme.“ Bernzen mache seine Sache richtig gut, gerade in einem so schwierigen Verfahren, so Passade, der nicht verhehlte, dass man bei der Staatsanwaltschaft „doch sehr verwundert“ über den Vorstoß des Vorsitzenden Richters sei.

Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt.

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