Mehr als nur Glühwein und Bratwurst Ausgefallene Angebote auf dem Bremer Weihnachtsmarkt

Auf dem Bremer Weihnachtsmarkt lassen sich neben den traditionellen Abgeboten, auch viele innovative und kreative Produkte finden. Von Köhler Küssen bis zum Honig aus Finnland ist für jeden etwas dabei.
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Ausgefallene Angebote auf dem Bremer Weihnachtsmarkt
Von Carolin Henkenberens

Auf dem Bremer Weihnachtsmarkt lassen sich neben den traditionellen Abgeboten, auch viele innovative und kreative Produkte finden. Von Köhler Küssen bis zum Honig aus Finnland ist für jeden etwas dabei.

Glühwein, Feuerzangenbowle, Bratwurst, Pommes, Kerzen und Holzspielwaren: 187 Stände gibt es auf dem Bremer Weihnachtsmarkt. Die Mehrzahl der Produkte und Speisen sind oft sehr ähnlich. „Traditionell“ sagen die einen. „Immer das Gleiche“ sagen andere.

Zwischen all den Genussbuden lassen sich auch viele innovative und kreative Geschäftsideen finden. Oft sind es Familienunternehmen, Ein-Personen-Betriebe oder Firmen, deren Produkte nicht in Geschäften zu finden sind. Wir stellen eine subjektive Auswahl von ausgefallenen Ideen und exklusiven Produkte vor.

Kultige Mitbringsel

Wie man aus einfachen Kuscheltieren einzigartige, kultige Mitbringsel macht, zeigt die nordrhein-westfälische Firma „Perlsacktiere“, die ihren Stand in der Nähe der Bremer Stadtmusikanten aufgebaut hat. Die kleinen Tiere aus Nicki-Baumwollstoff mit Plastikkugeln im Innern sehen nicht nur putzig aus. Die Fantasiewesen haben auch lustige Namen wie Killerkarnickel, Keuschheitsgürteltier oder Rolf-Bärbel, der Tuntenfisch.

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Zu jedem Tier gehört eine humoristische Beschreibung. Der kleine Arschkriecher zum Beispiel, ein gestreiftes Fantasietier, lebt laut Beschreibung im Darm von Kollegen, Lehrern oder Vorgesetzten. Besonders beliebt ist laut Verkäuferin Mika Hamm auch der „innere Schweinehund“, den sogar ein Therapeut gekauft haben soll für den Einsatz bei Patienten. Wobei: Gekauft ist das falsche Stichwort. Die Perlsacktiere werden nicht gekauft, sondern adoptiert. Deshalb erhält jedes Herrchen oder Frauchen einen „Heimtierausweis“.

Erfunden haben die Tierchen die ungarische Designerin Elisabeth Bajkó und der deutsche Werbegestalter Uwe Stossno. Bajkó nähte die Tiere, Stossno dachte sich die Namen aus. Auf Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland, aber auch im Internet lassen sich die Tiere erstehen. Die Firma wirbt damit, unter fairen Bedingungen in Ungarn zu produzieren. Perlsacktiere kosten je nach Komplexität beim Nähen zwischen fünf und 35 Euro.

Honig aus Finnland

Honig aus einem Land mit extrem wenig Sonnenlicht? „Oh ja, wir haben sehr viel Natur in Finnland“, sagt Finnin Heidi Hurskainen. Die Verkäuferin erklärt: „Wir haben nur etwas mehr als fünf Millionen Einwohner. Unser Honig ist einfach natürlicher und aromatischer.“ Nach einer Verkostung kann dem zugestimmt werden.

Der Honig ist nicht nur lecker, es gibt auch etliche Sorten: Honig mit natürlichen Aromen wie Mocca, Kirsche, Zitronenöl oder Eukalyptus. Das Töpfchen mit der Aufschrift „Magie des Polarkreises“ enthält laut Etikett feinen Honigtau aus einem Rentierschutzgebiet. Gut schmeckt auch die Sorte „Mitternachtssonne“, die fein auf der Zunge zergeht.

Honig findet sich auf jedem Weihnachtsmarkt, doch die Imkerei Arktischer Honig Finnland gibt dem Käufer das Gefühl, etwas Neues zu probieren. Der Stand ist zwischen Roland und Schütting zu finden.

Feinste Keramikwaren

Feinste Keramikwaren in hellem und dunklem Blau und Grün bietet die Töpfermeisterin Kerstin Neumann an. Wer die Schalen, Tassen und Duftlampen kaufen möchte, muss dies in den kommenden drei Wochen auf dem Schlachtezauber an der Weser tun. „In meiner Werkstatt in Gröpelingen habe ich bewusst keinen Verkauf“, sagt Neumann. Dort möchte sie in Ruhe töpfern. Erst vor einem Jahr ist Neumann von Mannheim nach Bremen gezogen – und hat trotzdem schon Stammkunden. 2015 habe man ihr die Ware förmlich aus den Händen gerissen.

In den Schalen und Tassen steckt viel Arbeit. Etwa zehn Tage dauert es, bis eine Tasse fertiggestellt ist. Erst wird sie getöpfert, dann muss sie trocknen und wird gebrannt. Die Artikel bleiben für zwei Tage im 1.250-Grad heißen Ofen, werden anschließend glasiert und nochmals gebrannt. Heraus kommen wunderschöne, exklusiv auf dem Weihnachtsmarkt zu erstehende Waren.

Köhler Küsse

Kaum eine Firmenfeier, kaum ein Kindergeburtstag oder Volksfest in Hessen kommt ohne sie aus: Köhler Küsse. Im Rhein-Main-Gebiet sind die Schaumküsse fast schon Kulturgut. In Bremen indes kann man die Eischnee-Zucker-Hauben nur schwer finden.

Ob mit Kokos, Pfefferminz, Kaffeegeschmack, Eierlikör oder Zimt: Etwa 30 Sorten hat der Stand zu bieten. „Wir waren die ersten, die den Schaumkuss von Köhler in den Norden gebracht haben“, sagt Frau Weimar, die ihren Vornamen nicht verraten will. „Spielt keine Rolle“, sagt sie.

Frau Weimar stammt aus der Schaustellerfamilie Manfred Weimar, die auf dem Freimarkt ein Büdchen zum Pfeile werfen betreibt. Sie hat schon in vielen Verkaufsbuden gestanden und weiß, wie man Ware unter die Leute bringt. Als ein Herr vorbei kommt, sagt sie: „Nehmen Sie gleich 25, dann können Sie bis Weihnachten jeden Tag einen essen.“ Wer einen Schokokuss probieren möchte, findet den Stand hinter der Kirche Unser Lieben Frauen.

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