Bremens Traditions-Biermarke

Beck's - eine Chronik

Beck’s in der grünen Flasche – für viele gehört das Traditionsunternehmen zu Bremen wie Speckflagge und Schlüssel. Vor 140 Jahren wurde die Beck’s-Brauerei gegründet. Heute gehört sie zum weltgrößten Braukonzern Anheuser-Busch Inbev.
13.10.2015, 19:54
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Beck’s in der grünen Flasche – für viele gehört das Traditionsunternehmen zu Bremen wie Speckflagge und Schlüssel. Vor 140 Jahren wurde die Beck’s-Brauerei gegründet. Heute gehört sie zum weltgrößten Braukonzern Anheuser-Busch Inbev. Der Weg dorthin im Überblick.

1873 Die Geburtsstunde von Beck’s: Am 27. Juni gründen der Bremer Baumeister Lüder Rutenberg, der Braumeister Heinrich Beck und der Kaufmann Thomas May die Kaiserbrauerei Beck & May o.H.G. In den folgenden Jahren erhält Beck’s mehrere Auszeichnungen, unter anderem die Goldmedaille als bestes aller kontinentalen Biere auf der Weltausstellung 1876 in Philadelphia. Diese Medaille findet sich noch heute auf dem Flaschenetikett. Die Brauerei entwickelt das ovale Etikett und verwendet den Bremer Schlüssel als Markenzeichen. 1886 beginnt der Bierexport: Die Reichspostdampferlinie schafft eine regelmäßige und schnelle Verbindung nach Fernost.

1921 Die Kaiserbrauerei benennt sich in Exportbrauerei Beck & Co um. Fortan produziert sie nur noch fürs Ausland. Der Zweite Weltkrieg bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das Brauwesen – der Bierexport kommt zum Stillstand. Ab 1948 wird erstmals wieder Bier gebraut. Die ersten 200 Kisten gehen nach Bangkok. Ein Jahr später wird Beck’s auch wieder im Inland verkauft.

2002 Am 1. Februar übernimmt der belgische Brauerei-Konzern Interbrew S.A. die Brauerei Beck und Co. Es gibt reichlich Spekulationen über die Zukunftschancen des Standorts. Brauerchef Dieter Ammer sieht in dem Deal die einzige Chance für Beck & Co, doch noch in den Kreis der Global Player auf den Biermärkten dieser Welt vorzustoßen. Etwa 3,5 Milliarden D-Mark ist Interbrew der Kauf der Marke Beck’s wert. Geld, das an anderen Stellen wieder eingespart werden muss: Das Unternehmen verlagert Verwaltungsjobs nach Ungarn und Tschechien. Mit der Übernahme in internationale Konzernstrukturen ändert sich einiges in der Unternehmenskultur: Englisch wird zur Pflichtsprache. Von alten Traditionen verabschiedet man sich: Die Haake-Beck-Brauereipferde werden ausgemustert.

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2005 Aus Interbrew Deutschland wird Inbev Deutschland. Die Umbenennung erfolgt am 1. Juli. Mit der Umbenennung gibt es auch neue Produkte: 2008 bringt der Weltkonzern die Biermischgetränke Beck’s Ice und Beck’s Green Lemon auf den Markt.

2009 Die nächste Übernahme: Inbev kauft den amerikanischen Braukonzern Anheuser-Busch für 52 Milliarden Dollar (knapp 33 Milliarden Euro) und heißt nun Anheuser-Busch Inbev. Es ist die bislang größte Übernahme in der von der Konsolidierungswelle geprägten Brauereibranche. Der weltgrößte Braukonzern zählt damit auch zu den fünf weltgrößten Kosumgüterherstellern. Unter den mehr als 200 Marken gehört Beck’s neben Stella Artois und Budweiser zu den drei globalen Premiummarken. Das Unternehmen investiert einen Millionenbetrag in die Erweiterung der Brauerei Beck und Co und nimmt eine neue Logistikhalle in Betrieb. Seit Anfang 2014 ist Steve McAllister Deutschland-Chef. Der gebürtige Ire löst den Belgier Chris Cools ab, der 2010 die Geschäfte am Konzernstandort Bremen von Beck’s-Chef Dieter Ammer übernahm. Beck’s-Bier wird heute in mehr als 130 Ländern verkauft und an 15 Standorten gebraut, seit 2012 auch in St. Louis (USA). Im gleichen Jahr führt Beck’s zum sechsten Mal in Folge die Rangliste der national stärksten Biermarken an – das ergab die Studie „Markenmonitor Bier 2012“. Ein Jahr später feiert Beck’s seinen 140. Geburtstag.

2015 Die Nummer eins der Welt, Anheuser-Busch Inbev, übernimmt die Nummer zwei, SAB Miller – für 92 Milliarden Euro. Es ist die größte Brauerei-Fusion aller Zeiten. Künftig stammt jedes dritte Bier, das irgendwo auf dem Globus getrunken wird, aus den Brauereien eines einzigen Konzerns. Die regionalen Stärken der einstigen Konkurrenten ergänzen sich bestens: Anheuser-Busch Inbev ist mit Fosters nun auch im pazifischen Raum stark vertreten und vor allem in Afrika, wo der Konzern bisher keine Brauereien besaß.

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