Bremen Behörde will Car-Sharing steigern

Bremen. Die Verkehrsbehörde will das Car-Sharing vorantreiben: Bis 2020 sollen 20.000 Bremer mit Fahrzeugen fahren, die sie sich mit anderen teilen. Das ist heute Thema in der Deputation.
10.01.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Helge Dickau

Bremen. Die Verkehrsbehörde will das Car-Sharing vorantreiben: Bis 2020 sollen 20.000 Bremer nicht mehr mit eigenen Autos fahren, sondern mit Fahrzeugen, die sie sich mit anderen teilen. Größter Anbieter in Bremen ist Cambio – die Geschäftsführerin Kerstin Homrighausen hält das Ziel für ambitioniert, aber realistisch.

Mindestens 20.000 Bremer sollen bis zum Jahr 2020 Car-Sharing-Angebote nutzen. Dieses Ziel ist ein Kern des Aktionsplans der Verkehrsbehörde, die ihren Bericht zur Umsetzung ihres Plans heute der städtischen Deputation vorlegt. Der Bericht beschreibt, was in den kommenden Jahren getan werden soll, damit möglichst viele Bürger nicht das eigene Auto benutzen, sondern auf die Flotte von Car-Sharing-Unternehmen zurückgreifen.

Der mit Abstand größte Anbieter in Bremen ist die Firma Cambio, die aktuell 7884 Kunden hat. Hinzu kommt Flinkster, das Angebot der Deutschen Bahn, und Moveabout. Die Kundenzahl auf 20000 zu erhöhen, sei ein ambitioniertes Ziel, sagt die Cambio-Geschäftsführerin Kerstin Homrighausen, aber es sei machbar.

Generell könne das Modell weiterwachsen, "die Nachfrage in Bremen ist weiterhin gut", sagt sie. Grenzen gebe es aber in dicht besiedelten Gebieten, wo die Möglichkeit, Parkflächen zu mieten, begrenzt ist. Das Konzept auch im Umland auszuweiten, sei hingegen davon abhängig, dass der öffentliche Nahverkehr parallel mit ausgebaut werde. Und in Zukunft könnte es sein, dass der demografische Wandel die Grenzen zieht: "Wenn die Bevölkerung so alt wird, dass sie sich fahren lassen oder jeden Weg mit dem eigenen Auto zurücklegen muss", sagt Homrighausen.

Car-Sharing ist ein Teil des Verkehrsentwicklungsplans (VEP), den Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) verfolgt. Denn der sieht unter anderem vor, die verschiedenen Verkehrsmittel enger zu verknüpfen und die Umweltbelastung zu verringern. Gerade zu diesem Punkt kann Car-Sharing beitragen. Nach Angaben der Behörde, die sich auf eine Kundenbefragung von Cambio stützt, hatten 50 Prozent aller Kunden vorher ein eigenes Auto. Davon haben 37,1 Prozent ihr Auto durch Car-Sharing ersetzt und den Verkehr dadurch entlastet.

Um diesen Effekt weiter zu fördern, sieht der Aktionsplan der Behörde vor, Car-Sharing auch im Zusammenhang mit Neubauten voranzutreiben. Es soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass Bauherren keine üblichen Pkw-Stellplätze, sondern Car-Sharing-Stationen zur Verfügung stellen können. Außerdem sollen in Zukunft mehr Stationen eingerichtet werden, in dicht bebauten Gebieten auch in kleinerer Form – als sogenannte "Mobilpünktchen".

Die ersten sollen in diesem Jahr eröffnet werden, sagt Brigitte Köhnlein, Sprecherin der Verkehrsbehörde. Dann sollen jährlich etwa zehn bis 20 "Mobilpünktchen" folgen. So sollen die Nutzerzahlen um 1000 bis 1500 pro Jahr steigen. Cambio eröffnet in der kommenden Woche eine neue Station in der Nähe der Universität. Man habe sich für 2013 zehn neue Stationen vorgenommen, sagt Kerstin Homrighausen, und wolle sich dabei auf das Zentrum konzentrieren. Die Stadt will für die Baumaßnahmen jährlich 200000 Euro ausgeben. Gut die Hälfte davon kommt aus Fördertöpfen des Bundes.

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