Projekt der Bremer Handwerkskammer Betreuung für die "Handwerkszwerge"

Bremen. Um dem Fachkräftemangel im Handwerk entgegenzuwirken, wünscht sich die Branche, dass der Frauenanteil weiter steigt. Ein Grund für die Handwerkskammer Bremen, ein bislang einzigartiges Projekt auf den Weg zu bringen.
19.07.2012, 13:21
Lesedauer: 1 Min
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Betreuung für die
Von Frauke Fischer

Bremen. 27 Prozent der neuen Azubis im Handwerk sind Frauen. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wünscht sich die Branche, dass ihr Anteil weiter steigt. Ein Grund für die Handwerkskammer Bremen, ein bislang einzigartiges Projekt auf den Weg zu bringen: Ab 1. September können Handwerkerinnen und Handwerker, Meister und angehende Gesellen, ihre Kleinkinder ins Kompetenzzentrum der Kammer mitbringen. Um die „Handwerkszwerge“ kümmern sich Tagesmütter.

Für Robert Kaluza kam die Gelegenheit gerade recht. Der Bremer besucht derzeit die Technikerschule im Kompetenzzentrum der Handwerkskammer. Seine Frau möchte ab Herbst wieder unterrichten. Der kleine Sohn soll dann gut betreut werden.

Als „Handwerkszwerg“ könnte er einen Platz im Kompetenzzentrum der Handwerkskammer in der Schongauer Straße ergattern. Bis zu 20 Kinder soll die Einrichtung mit dann vier Tagesmüttern aufnehmen. Damit das möglich wird, hat die Handwerkskammer sich mit dem Träger „Pflegekinder in Bremen“ (PiB) zusammengetan und außerdem 225.000 Euro in die Hand genommen. Mit dem Geld werden derzeit zwei ehemalige Hausmeisterwohnungen in Räume für die sogenannte externe Tagespflege umgewandelt. Ab 1. September sollen die Kleinen kommen.

„Das ist ein bundesweit einmaliges Projekt“, sagt Thomas Dürr, Sprecher der Bremer Handwerkskammer. Für die Interessenvertretung gibt es mehrere Gründe, die „Handwerkszwerge“ anzubieten. Ein steigender Anteil der Auszubildenden in Handwerksberufen, so die Kammer, sei weiblich. Viele Frauen wollten nach der Geburt ihrer Kinder Ausbildungen zu Ende bringen oder sich fortbilden, um ihre Aufstiegschancen zu verbessern.

Diese Klientel möchten die Betriebe nicht verlieren. Und: „Familienfreundliche Maßnahmen motivieren Mitarbeiter und verringern Fehlzeiten“, sind sich Thomas Dürr und Hans-Joachim Stehr, Vizepräses der Handwerkskammer, einig. Angesprochen sind deshalb nicht nur jene jungen Männer und Frauen, die am Kompetenzzentrum Kurse belegen, sondern auch die Belegschaften der benachbarten Betriebe im Gewerbegebiet Bayernstraße sowie andere Mitgliedsbetriebe der Kammer und Anwohner des Stadtteils.

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