Spielplätze oder Schulgelände?

Bildungsbehörde sucht Plätze für Kita-Bau

Mindestens zehn Bremer Spielplätze sollen dem Bau von Kitas zum Opfer fallen - das sorgte für Kritik von Elternvertretern. Die Behörde will nun ungenutzte Teile von Schulgeländen in den Fokus nehmen.
23.05.2016, 20:30
Lesedauer: 2 Min
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Bildungsbehörde sucht Plätze für Kita-Bau
Von Katharina Elsner
Bildungsbehörde sucht Plätze für Kita-Bau

Um Platz für Kitas zu erhalten, plant der Senat, Spielplätze zu schließen - aber auch nicht genutztes Schulgelände steht als Alternative im Fokus.

dpa

Mindestens zehn Bremer Spielplätze sollen dem Bau von Kitas zum Opfer fallen - das sorgte für Kritik von Elternvertretern. Die Behörde will nun ungenutzte Teile von Schulgeländen in den Fokus nehmen.

„In einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft sind Spielplätze und Spielflächen für Kinder an der frischen Luft und mitten in der Stadt unverzichtbar“ – so warnt der Landessportbund Bremen vor einem Verlust von Spielflächen. Wie am Montag berichtet, gibt es offenbar Planungen, Spielplätze für den Ausbau von Kitas zu nutzen. Doch wie genau sind die Pläne, und wer weiß davon?

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Dazu haben sich jetzt auch Elternvertreter zu Wort gemeldet. Andreas Seele, Sprecher der Zentralen Elternvertretung, wusste von der Prüfung durch die Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan. Er sagt: „Es gibt keinen Kompromiss.“ Kinder bräuchten beides, Freizeitangebote und eine frühkindliche Betreuung. Er fordert, „mehr Gelder aus dem Haushalt zu nutzen und die Zukunft unserer Kinder noch einmal zu überdenken“.

Zahl der Kita-Anmeldungen wird in den nächsten Tagen veröffentlicht

Die begrenzten finanziellen Mittel sind nicht das einzige Problem der Senatorin. Die Planung und der Bau einer Kita dauern mehrere Jahre. Wie hoch der Bedarf an Kita-Plätzen für das nächste Jahr genau ist, können weder Annette Kemp, Sprecherin von Senatorin Bogedan, noch Wolfgang Bahlmann sagen, Geschäftsführer von Kita Bremen. Die Zahlen der Anmeldungen werden erst in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Für die langfristige Planung braucht die Senatorin auch die Zahlen vom Einwohnermeldeamt – diese werden für die Prognosen genutzt. Schwierig sei es nur bei den Null- bis Dreijährigen, so Annette Kemp. Die Sprecherin schätzt, dass ein Drittel der Mütter und Väter ihr Kind in die Krippe geben wolle. Das Ziel sei aber, bis 2020 jedes zweite Kind in der Betreuung zu haben. Aber: „Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, ist es legitim, darüber zu sprechen, Spielflächen zu nutzen“, sagt Bahlmann.

Bildungsbehörde bringt Schulerweiterungsflächen ins Gespräch

Das Bündnis für eine lebenswerte Stadt hatte gefordert, die Aufstockung bestehender Gebäude zu prüfen. Allerdings habe Kita Bremen in den vergangenen Jahren schon ausgebaut, inzwischen seien die Plätze ausgereizt, erklärt Bahlmann. Auch eine Aufstockung von Gebäuden sei schwierig. „Eine Kita ebenerdig zu bauen, ist pädagogisch richtig, nur so haben die Kinder direkten Zugang zum Garten.“ Er sieht eine Alternative darin, dass Hortgruppen, die nachmittags teilweise Räume von Kindertagesstätten belegen, an den Schulen untergebracht werden. Damit würden Räume für die Kindergartenkinder frei.

Noch ist nicht klar, ob und welche Flächen wie bebaut werden. Immobilien Bremen liegen jedenfalls noch keine konkreten Pläne oder Aufträge vor, wie Sprecher Peter Schulz sagt. Aber: Gespräche zwischen der Senatorin und der Immobilienverwaltung habe es schon gegeben.

Inzwischen wurde auch in der Behörde für Kinder und Bildung diskutiert, wie deren Sprecherin Kemp mitteilt. Man wolle nun verstärkt sogenannte Schulerweiterungsflächen in den Fokus nehmen. Das sind Flächen, die beim Bau von Schulen eingeplant wurden, um später darauf zu bauen, zum Beispiel Sportanlagen. „Wenn wir die in den Fokus nehmen, müssen wir nicht unbedingt an die Spielplätze ran“, sagt Kemp.

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