Mehr Bedeutung für Mittelmeerhäfen BLG stärkt Autoumschlag

Die Bremer BLG Logistics Group betreibt zwar in Bremerhaven Europas größten Autoterminal. Trotz alledem ist der Logistikdienstleister auch immer an neuen Geschäften im Bereich Autoumschlag interessiert.
30.06.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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BLG stärkt Autoumschlag
Von Peter Hanuschke

Die Bremer BLG Logistics Group betreibt zwar in Bremerhaven Europas größten Autoterminal – seit 2011 werden dort konstant über zwei Millionen Fahrzeuge jährlich verschifft –, aber der Logistikdienstleister ist auch immer an neuen Geschäften im Bereich Autoumschlag interessiert.

Nicht von ungefähr ist die Unternehmensgruppe weltweit an mehr als 100 Standorten vertreten. Im Bereich Autoumschlag versprechen sich die Bremer Logistikexperten nun ein lohnendes Geschäft im Süden Italiens: Die BLG Logistics Group hat einen 50-Prozent-Anteil am kalabrischen Autoterminal Gioia Tauro verkauft. Bislang operierte BLG den Terminal gänzlich in eigener Regie.

Dass das Unternehmen sich trotz des Verkaufs dort in einer stärkeren Position sieht, liegt am Käufer: Denn der ist der italienische Automobilreeder Grimaldi. „Wir rechnen fest mit einem Wachstum im Automobilumschlag“, sagt Michael Blach, Vorstand Automobile der BLG Logistics Group. Der Mittelmeerraum werde als Hub an Bedeutung gewinnen. „Mit dem Automobilreeder Grimaldi an unserer Seite werden wir den Terminal in Gioia Tauro intensiv beleben.“ Mit einer Umschlagfläche von 320 000 Quadratmetern ist er der größte Autoterminal Italiens.

Rückgang an Exportfahrzeugen

Dass ein Teil der Mittelmeer-Häfen an Bedeutung gewinnt, zeigt sich auch an der Adria: Seit Herbst betreibt Mercedes im slowenischen Hafen Koper eine neue Drehscheibe für den Transport von Neu-Fahrzeugen aus Europa nach Asien – das zulasten Bremerhavens. Der größte Teil an Export- und Import-Fahrzeugen werde aber weiterhin über Bremerhaven geroutet, hatte ein Mercedes-Sprecher damals festgestellt.

Außerdem werde der kurzfristige Rückgang an Exportfahrzeugen durch die Verschiebung von Volumen nach Koper durch steigende Export- und vor allem steigende Importvolumen der Daimler AG in Bremerhaven nahezu ausgeglichen.

Verkürzte Transportwege

Zwar werden die Häfen in der Adria, die sogenannten Napa-Häfen (North Adriatic Ports Association), unter Logistikexperten noch nicht als große Mitbewerber der Nordrange-Häfen (Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam, Antwerpen, Zeebrügge und Le Havre) gesehen, aber weshalb das Interesse an den Standorte insgesamt in den vergangenen Jahren gestiegen ist, zeigt sich am Beispiel Mercedes: Die Lage ermögliche deutlich verkürzte Transportwege an Land und vor allem auf See, heißt es vonseiten des Autoherstellers.

So reduziere der Transfer via Koper je nach Zielland die gesamte Transitzeit um bis zu einer Woche. Auch aus Umweltsicht biete das neue Konzept Vorteile: Die Transfers pro Schiffsumlauf sind je nach Zielland um bis zu 8800 Kilometer kürzer als der bisherige Transfer von Bremerhaven, was jährlich etwa 60 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid einspart.

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