Hersteller bietet Modell BX7 in China an Borgward verkauft wieder Autos

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Pleite hat die deutsche Traditionsmarke Borgward wieder mit dem Verkauf von Autos begonnen.
26.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jörn Petring

Peking. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Pleite hat die deutsche Traditionsmarke Borgward wieder mit dem Verkauf von Autos begonnen.

Von dem kompakten Geländewagen BX 7 soll im ersten Jahr eine „fünfstellige Zahl“ abgesetzt werden, sagte Borgward-Chef Ulrich Walker anlässlich der Markteinführung am Montag auf der Pekinger Automesse: „Es ist ein Anlaufjahr.“ Der BX 7 soll billiger sein als Konkurrenzmo­delle von Volkswagen.

Borgward, das einst zu den bekanntesten Autoherstellern Deutschlands zählte und 1961 in die Pleite ging, hatte im vergangenen Jahr einen Neustart angekündigt. Geldgeber ist der chinesische Lastwagenbauer Foton. Gebaut werden die Autos in China. Der einst in Bremen gegründete Konzern hat heute seinen Hauptsitz in Stuttgart.

Das Konzept sieht vor, zunächst Marktanteile in China zu gewinnen und dann weltweit zu expandieren. In fünf Jahren hofft Walker, der zuvor das China-Geschäft von Daimler verantwortete, auf einen weltweiten Absatz von 500.000 Fahrzeugen. Der Markt für kompakte Geländewagen (SUV) werde in China weiter „überproportional wachsen“, wovon Borgward mit seinem BX 7 profitieren wolle. Ende des Jahres soll in China ein Netz von 120 Händlern stehen. Nach Markteinführungen in Indien und Brasilien könnte ab 2017 auch wieder in Deutschland verkauft werden.

Gute Geschäfte besonders mit Oberklassewagen in China

Im März hatte das Unternehmen beim Auto­mobilsalon in Genf mit dem SUV BX 5 und dem Coupé BX 6 bereits zwei weitere Modelle präsentiert, die in Zukunft auf den Markt kommen sollen. Jährlich sollen künftig zwei weitere Modelle vorgestellt werden. Noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung über einen möglichen Produktions­standort in Deutschland fallen. Bislang baut Borgward seine Autos in Peking. Die Fabrik in Chinas Hauptstadt, die Borgward für seine Zwecke umgebaut hat, stammt vom Hauptaktionär Foton. Der Bremer Senat hatte kürzlich bei dem Hersteller für eine Ansiedlung in der Hansestadt geworben.

Deutschlands Autobauer können auf gute Geschäfte in China besonders mit Oberklassewagen hoffen. Während die Schätzungen für das diesjährige Wachstum auf dem größten Automarkt der Welt auseinandergehen und zwischen sechs bis zehn Prozent liegen, dürfte der Absatz von Luxuswagen wieder stärker anziehen. Die Vereinigung der chinesischen Personenwagenhersteller erwartet für 2016 in einer Schätzung 15 Prozent mehr verkaufte Oberklasse-Autos als im Vorjahr. Insgesamt wird mit einem Absatzplus von zehn Prozent gerechnet. Die wirtschaftliche Lage in China helle sich auf.

Auch Audi-Vertriebschef Dietmar Voggenreiter rechnet mit einem Anziehen des Oberklassemarkts. Schon im ersten Quartal hatte das Segment um mehr als zehn Prozent zugelegt, in den kommenden Jahren werde es sich schneller als der Gesamtmarkt entwickeln. „Wir werden langfristig in China ein höheres Wachstum am Premiummarkt sehen“, sagte der Manager. Das Potenzial sei unverändert groß. Während es in Europa 20 Prozent Oberklassefahrzeuge gebe, seien es in China erst neun Prozent. Die Stärkung der Mittelschicht in der Volksrepublik werde zu einem höheren Absatz führen, sagte Voggenreiter. Im vergangenen Jahr, als der chinesische Premiummarkt nur um fünf Prozent zugelegt hatte, habe der Einbruch an Chinas Börsen die Kauflaune verdorben.

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