Am 27. Januar Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 wurden die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz befreit. In vielen Veranstaltungen wird auch in diesem Jahr der Opfer gedacht. Kirche warnt vor Antisemitismus
24.01.2023, 16:27
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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Von Mathias Sonnenberg

Mit diversen Veranstaltungen wird in dieser Woche an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Der 27. Januar ist seit 1996 bundesweit ein Tag des Gedenkens, an diesem Tag vor 78 Jahren befreiten die Soldaten der Roten Armee die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Der Bremer Senat organisiert gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung jährlich die zentrale Gedenkveranstaltung. In diesem Jahr findet diese Veranstaltung bereits am Donnerstag, 26. Januar, ab 19 Uhr in der Oberen Rathaushalle statt.

Im Zentrum des Abends steht der Vortrag "Erinnerung, die wehtut. Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten 1939 bis 45 als Leerstelle im öffentlichen Gedächtnis und als Weckruf" von Katja Makhotina (Universität Bonn). Darüber hinaus verlesen Schülerinnen und Schüler der Oberschule Schaumburger Straße die Namen der Opfer der Medizinverbrechen in Bremen. Der Schwerpunkt der diesjährigen zentralen Gedenkveranstaltung sowie mehrerer weiterer Beiträge befasst sich mit dem deutschen Vernichtungskrieg in Osteuropa.

Neben dem offiziellen Gedenktag wird es in diesem Jahr ein Begleitprogramm geben, das fast 90 Veranstaltungen umfasst. Von Januar bis April wird es Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionen, Ausstellungen, Lesungen, Führungen und auch Studienreisen geben. Geplant wurde das Programm von einem Bündnis aus Vereinen, Initiativen und Kooperationspartnern. 

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Auch in Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) gibt es wie in den vergangenen Jahren Gedenk-Veranstaltungen, um die Erinnerung an den NS-Terror wachzuhalten und Impulse für eine friedliche Gesellschaft zu geben. In einer Stellungnahme erinnerte BEK-Schriftführer Bernd Kuschnerus daran, dass Menschen in Deutschland immer noch zu oft Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit erleiden müssten. „Ich wünsche mir, dass Gedenken mehr ist als ein bloßes Ritual. Nur wer sich mit diesen beispiellos grausamen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinandersetzt, wird in der Lage sein, Anzeichen von Antisemitismus sofort zu erkennen", erklärte Kuschnerus. Nur wer sich erinnere, werde Abwertung und Entrechtung von Mitmenschen entgegentreten können, sei es am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis.

In den Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche finden diverse Gedenkveranstaltungen statt. In Alt-Aumund gibt es am Sonntag, 29. Januar, ab 10 Uhr einen Gedenkgottesdienst und um 11 Uhr eine Kranzniederlegung am Jacob-Wolff-Platz, dem Platz der ehemaligen Aumunder Synagoge. In der Kulturkirche St. Stephani gibt es am kommenden Sonntag und Montag zwei Gedenkkonzerte mit Maria Farantouri. Auch in St. Martini Lesum findet am Sonntag um 10 Uhr ein Gedenk-Gottesdienst statt.

Zur Sache

Informationen im Internet

Informationen über alle Bremer Gedenkveranstaltungen gibt es im Internet unter www.landeszentrale-bremen.de und www.erinnernfuerdiezukunft.de. Welche Rolle spielten Ingenieure in der NS-Zeit? Darum geht es in einer Veranstaltung der Universität Bremen, in der Jens-Christian Wagner als Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Professor für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit einen Vortrag hält. Der Vortrag beginnt am Freitag,27. Januar, um 16 Uhr via Zoom-Webinar. Die Zugangsdaten: www.uni-bremen.zoom.us/j/63921484524; Kenncode: 652285.

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