Erst 2017 gibt es Geld für die Eigentümer Bremen hat nichts von der Landesbank

Am Ende des Geschäftsjahres steht bei der Bremer Landesbank ein Gewinn in den Büchern: 31 Millionen Euro nach Abzug aller Steuern verdiente das Geldhaus 2014 - gut 37 Prozent weniger als im Vorjahr.
28.04.2015, 20:45
Lesedauer: 3 Min
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Bremen hat nichts von der Landesbank
Von Stefan Lakeband

Am Ende des Geschäftsjahres steht bei der Bremer Landesbank (BLB) ein Gewinn in den Büchern: 31 Millionen Euro nach Abzug aller Steuern verdiente das Geldhaus 2014. Das sind gut 37 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereits 2013 hatte es einen Gewinneinbruch von 60 Prozent gegeben. BLB-Vorstand Stephan-Andreas Kaulvers nennt das im Interview mit dem WESER-KURIER trotzdem „ein ordentliches Ergebnis“.

Eine schwierige Ausgangslage – beispielsweise durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) – habe auch der Landesbank das Geschäft erschwert. „Dadurch werden auch unsere Margen angegriffen“, sagte Kaulvers am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Auf mehr risikoreichere Anlagen habe man aber bewusst verzichtet. Gedrückt wurde das Ergebnis auch durch die Eigenkapitalquote. Um sie konstant bei neun Prozent zu halten, mussten Gewinne und Rücklagen der Landesbank eingesetzt werden.

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Dieses Geld fehlt aber an anderer Stelle. Für das Jahr 2014 verzichtet die BLB auf die Ausschüttung einer Dividende für ihre Anteilseigner, zu denen auch das Land Bremen mit etwa 41 Prozent gehört. Durch den Verzicht auf die Gewinnbeteiligung entgehen der Hansestadt für das vergangene Geschäftsjahr 20 Millionen Euro und noch mal 40 Millionen für die nächsten zwei Jahre.

Bereits im Vorfeld hatte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) gesagt, dass man auf Dauer nicht akzeptieren könne, „dass die Bremer Landesbank keine Dividende an Bremen zahlt“. Der Verzicht auf die Ausschüttung sei aber mit Zustimmung der Anteilseigner erfolgt, also auch mit dem Einverständnis der Hansestadt.

Dagmar Bleiker, Sprecherin der Senatorin, machte nun deutlich, dass man mit dieser Entscheidung leben müsse. „Bremen hat einen Haushalt von rund 4,5 Milliarden Euro. Das Geld muss dann an anderer Stelle aufgefangen werden“, sagte sie. Zudem sei es auch möglich, verpasste Dividenden als nachholende Zahlungen zu bekommen. Kaulvers zeigte sich optimistisch, dass das Land 2017 wieder mit einer Dividende rechnen könne. „Ein Versprechen ist das aber nicht.“ Schließlich sei es immer noch möglich, dass sich die Bank mit neuen Regularien oder Krisen konfrontiert sehe.

Auch das Ende der Krise in der Schifffahrtsbranche sei noch nicht abzusehen. Deswegen stockte die Bank im vergangenen Geschäftsjahr ihre Risikovorsorge um acht Millionen auf 271 Millionen Euro auf – ein Rekordwert. „Eine nachhaltige Erholung stellt sich in der Schifffahrt nicht wie erhofft ein, darüber kann auch der leichte Aufwärtstrend in den Charterraten nicht hinwegtäuschen“, sagte Kaulvers. Deswegen habe man das Schifffahrtsportfolio deutlich zurückgebaut; Neugeschäfte gebe es seit drei Jahren nicht mehr.

In den vergangenen Jahren ist das Portfolio von 1100 auf nun 749 Schiffe gesunken. Dennoch: „Wir sind eine schiffsfinanzierende Bank und wollen das auch bleiben“, sagt Kaulvers im Interview. Dass das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen weiter schlecht läuft, zeigen Zahlen des Analyseunternehmens Deutsche Fondsresearch. Demnach mussten allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 13 Schifffonds Insolvenz anmelden.

Wesentlich besser läuft es für die BLB im Geschäft mit den Erneuerbaren Energien. „Etwa jedes neunte Windrad wird durch die Bremer Landesbank finanziert“, sagte Björn Nullmeyer, der erst am 1. April dieses Jahres in den Vorstand der Bank aufgerückt war. Dabei ist vor allem die Projektierung von Anlangen an Land wichtig. „Bei Offshore sind wir nicht in der ersten Reihe“, sagte Nullmeyer. Landesbank-Vorstand Kaulvers ergänzte jedoch: „Offshore ist nicht tot.“

Es sei aber Aufgabe der Politik, die nötige Sicherheit für Investoren zu schaffen. Insgesamt wachse das Portfolio bei den Erneuerbaren Energien aber langsam. Bei einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro entfielen vier Milliarden auf die Finanzierung von Windkraftanalgen an Land, jeweils 500 Millionen Euro auf die Bereiche Biogasanlagen und Fotovoltaik.

Neben den Erneuerbaren Energien zählt die Bremer Landesbank vor allem Firmen- und Privatkunden zu ihrem Kerngeschäft. Aktuell macht das Kundenkreditgeschäft rund 70 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.

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