Jugendliche und Alkohol Bremen hinkt bei Testkäufen hinterher

Bremen. Im Kampf gegen jugendlichen Alkoholmissbrauch schicken viele Städte minderjährige Testkäufer los. Während in Niedersachsen regelmäßig kontrolliert wird, hat es in Bremen seit sechs Monaten keine Testkäufe mehr gegeben. Das Problem ist offensichtlich die Organisation.
15.02.2010, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Bremen hinkt bei Testkäufen hinterher
Von Birgit Bruns

Bremen. Im Kampf gegen jugendlichen Alkoholmissbrauch schicken viele Städte minderjährige Testkäufer los. Während in Niedersachsen regelmäßig kontrolliert wird, hat es in Bremen seit sechs Monaten keine Testkäufe mehr gegeben. Das Problem ist offensichtlich die Organisation.

Das größte Problem ist offensichtlich, geeignete Testkäufer zu finden. Laut Rainer Gausepohl, Sprecher von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), hat die Behörde ihre Testkäufer bisher immer über die Verwaltungsschule bekommen. Doch die meisten Testkäufer des vergangenen Jahrs sind mittlerweile 18 geworden und scheiden daher aus. Nun hat die Behörde offensichtlich Probleme, geeigneten Nachwuchs zu bekommen.

Laut Gausepohl brauchten die neuen Schüler der Verwaltungsschule erst einige Monate, sich an der Schule einzugewöhnen. Daher sei es erst jetzt möglich gewesen, die Schule um eine Liste mit geeigneten Kandidaten zu bitten. Die Liste liegt der Behörde nun vor, allerdings ist noch gar nicht klar, ob diese Jugendlichen überhaupt Lust haben, Testkäufer zu werden. Auch ihre Eltern müssen laut Gausepohl noch ihr Einverständnis geben, bevor es losgehen kann. Gausepohl rechnet daher damit, dass in Bremen erst im Frühjahr neue Testkäufe stattfinden können.

Die sogenannten Alkoholtestkäufe gibt es in Bremen seit knapp einem Jahr. Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren versuchen im Auftrag der Behörde in Supermärkten, Kiosken und an Tankstellen, hochprozentigen Alkohol zu kaufen. Auf diese Weise sollen Ladenbesitzer und Kassierer aufgedeckt werden, die die Jugendschutzbestimmungen missachten.

Die Testkäufe im August 2009 haben laut Behörde gezeigt, dass im Land Bremen jedes zweite Geschäft hochprozentigen Alkohol an Jugendliche verkauft. In Bremen gab es prozentual gesehen deutlich mehr Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz als in Bremerhaven.

Die Kassierer und Geschäftsinhaber, die die Behörde beim verbotenen Alkoholverkauf erwischten, mussten ein Bußgeld zahlen. Für die Kassierer lag die Strafe bei 50 Euro, Geschäftsinhaber mussten 400 Euro bezahlen.

Innensenator Mäurer hält die Testkäufe nach wie vor für einen geeigneten Weg, Jugendliche vor hochprozentigem Alkohol zu schützen. Erst vor zwei Monaten hatte er als Vorsitzender der Innenministerkonferenz den Erfolg der Bremer Testkäufe vor den Innenministern der anderen Bundesländer hervorgehoben.

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