Kinderambulanz Immer mehr Kinder in Bremen erkranken an Scharlach

Seit dem 10. Januar ist die Kinderambulanz in der Innenstadt, die Praxen und Kliniken entlasten soll, in Betrieb: Wie sich die Nachfrage entwickelt und mit welchen Krankheiten Kinder dort behandelt werden.
17.01.2023, 20:08
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Immer mehr Kinder in Bremen erkranken an Scharlach
Von Sabine Doll

Die Gesundheitsdeputation hat sich am Dienstag mit einer Reihe von Themen befasst – unter anderem ging es um eine erste Bilanz Kinderambulanz am Brill, die Praxen und Kliniken in der aktuellen Infektionswelle entlasten soll. Weiteres Thema: das vorläufige Aus des Medizinischen Behandlungszentrums für Erwachsene mit schweren mehrfachen Behinderungen (MZEB) am Klinikum Bremen-Mitte.

Kinderambulanz: Am Dienstag vergangener Woche ist die Ambulanz in dem ehemaligen Kinderimpfzentrum am Brill eröffnet worden. "Etwa 60 Kinder sind seitdem vor Ort verorgt worden, die Termine haben sich aus insgesamt etwa 200 telefonischen Beratungen ergeben", berichtete der medizinische Organisator, Kay Bultmann. Der Weg zur Ambulanz führt über das medizinische Callcenter, an das sich Eltern werktags von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 0421/526330 wenden können. Bei der ärztlichen Beratung werde entschieden, ob eine Untersuchung vor Ort durch Kinderärzte und -ärztinnen erforderlich sei. Häufig sei eine Beratung der Eltern ausreichend, so Bultmann. Dabei gehe es unter anderem um Rezepte, Empfehlungen etwa zur Dosierung von Fiebersäften oder auch "Kinderkrank"-Bescheinigungen. Am Eröffnungstag sei die Nachfrage mit sechs Anrufen und in der Folge sechs Vor-Ort-Terminen überschaubar geblieben.

"Das hat sich geändert, die Nachfrage steigt", sagt Bultmann. Die Infektionswelle sei noch nicht vorbei, warnt er, zumal Kinder und Jugendliche nach den Ferien wieder in Kitas und Schulen zusammenkämen und sich dort ansteckten. "Neben Atemwegsinfekten nimmt aktuell vor allem die Zahl der Scharlach-Erkrankungen massiv zu." Die Kinderambulanz ist laut Gesundheitsresort ein bundesweit einzigartiges Modell, das in Kooperation mit den Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und Hilfsorganisationen als befristete Akut-Maßnahme umgesetzt worden ist – sie soll bis zum 17. März in Betrieb bleiben.

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MZEB:  Wie berichtet, musste das Behandlungszentrum für Erwachsene mit Mehrfachbehinderungenam Klinikum Mitte vorerst schließen, der Zulassungsausschuss von KV und Krankenkassen hatte die Ermächtigung für die Gesundheit Nord (Geno) als Betreiberin im Dezember ausgesetzt. Ein Grund: Wegen einer dauerhaften Erkrankung gab es keine ärztliche Leitung in Vollzeit mehr, diese ist Voraussetzung für die Ermächtigung und damit den Betrieb des Zentrums. "Die Ermächtigung ruht für sechs Monate", teilte Uwe Schmid von der Gesundheitsbehörde mit. "Wir sind hoffnungsvoll, dass es gelingt, die Ermächtigung früher wieder aufleben zu lassen. Die Versorgung von Menschen mit Mehrfachbehinderungen hängt daran."

Bremens Landesbehindertenbeauftragter Arne Frankenstein bekräftigte in der Sitzung seine Kritik an der Geno: "Es gibt einen dringenden Bedarf, der wird aber nicht gedeckt" Dies sei nicht hinzunehmen, Frankenstein forderte von Klinikverbund und Behörde eine Fehleranalyse. Für den zukünftigen Betrieb müsse zudem die Finanzierung gesichert werden, etwa durch Haushaltsmittel. Dies müsse umgehend erörtert werden. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Rainer Bensch, regte an, das Thema in der nächsten Deputationssitzung erneut aufzugreifen und dazu Vertreter der KV einzuladen. Dabei sollten die Gründe für das Aussetzen der Ermächtigung erörtert werden. "Von Interesse ist die Frage, warum eine Kooperation im ärztlichen Bereich in das Klinikum Mitte hinein nicht als Voraussetzung für einen Weiterbetrieb möglich war."

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