Fachkräftemangel in Bremen vermeiden Bremen soll Arbeitslose mit EU-Millionen weiterbilden

Bremen. Für die Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen in Bremen stellt die Europäische Union einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung. Politik und Verwaltung ringen derzeit darum, wie sie das Geld verteilen wollen. Morgen steht das Thema auf der Tagesordnung der Arbeitsdeputation.
17.02.2010, 05:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Bernd Schneider

Bremen. Für die Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen in Bremen stellt die Europäische Union einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung. Daneben werden auch Stellen auf dem sozialen Arbeitsmarkt finanziert, etwa in Form von Ein-Euro-Jobs. Politik und Verwaltung ringen derzeit darum, wie sie das Geld, aufgestockt durch Bremer Landesmittel, verteilen wollen. Morgen steht das Thema auf der Tagesordnung der Arbeitsdeputation.

'Beschäftigungspolitisches Aktionsprogramm' heißt das millionenschwere Paket. Regelmäßig wird überprüft, ob seine Schwerpunkte noch zur jeweiligen Wirtschaftslage passen. 'Wir wollen jetzt leichte Umschichtungen vornehmen', sagte die SPD-Abgeordnete Helga Ziegert gestern. Ziel müsse nun verstärkt sein sein, Arbeitslose so zu qualifizieren, dass sie nach der Wirtschaftskrise möglichst genau in die Branchen passen, die vom erhofften Aufschwung profitieren werden.

'Wir stehen vor der paradoxen Situation, dass wir auf der einen Seite viele Langzeitarbeitslose haben, aber auf der anderen Seite in bestimmten Branchen vor einem Fachkräftemangel stehen', sagte Ziegert. Der sei auch Folge des demografischen Wandels: 'Es scheiden mehr Menschen aus dem Berufsleben aus als nachrücken.' Schon heute zeige sich dieses Problem in vielen Berufen des Handwerks.

Deshalb wolle Bremen wieder verstärkt Geld in die Hand nehmen, damit Arbeitskräfte 'durch Umschulung zu einem verwertbaren Berufsabschluss' kommen, so Ziegert. Im Wirtschaftsboom bis 2008 war diese umfassende und teure Form der Ausbildung eher in den Hintergrund getreten. Der Arbeitsmarkt hatte auch Kräfte nachgefragt, die sehr schnell und nur für ganz bestimmte Aufgaben qualifiziert waren.

Für die Zukunft hat Arbeitssenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) jetzt umfassende Vorschläge vorgelegt. 'Gerade in der Zeit der Wirtschaftskrise sind unsere Programme besonders wichtig', sagte sie. Insgesamt gehe es darum, Arbeitskräfte für aufstrebende Branchen zu qualifizieren. Das solle die Standortbedingungen für die hiesigen Unternehmen verbessern. In der Windenergie sei es 'gelungen, die Fördermaßnahmen von Wirtschafts- und Arbeitsressort so zu bündeln, dass eine boomende Branche an den Standorten Bremen und Bremerhaven entstanden ist'.

Nach den Umschichtungen im beschäftigungspolitischen Aktionsprogramm sollen 2,6 Millionen Euro mehr für Ein-Euro-Jobs zur Verfügung stehen, 'wobei wir den Anteil der Qualifizierung auch hier ausbauen wollen', betonte die SPD-Abgeordnete Ziegert.

Senatorin Rosenkötter ergänzte: Für viele Menschen bedeute der Job auf dem sozialen Arbeitsmarkt 'die Chance, sich wieder in die Gesellschaft einzubringen'.

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