Lencke Wischhusen neue Spitzenkandidatin Bremens Liberale wollen "das Ding rocken"

An diese Tonart wird sich so mancher in Bremens FDP wohl erst noch gewöhnen müssen. Zumindest dürften Aufrufe wie „das ganze Ding zu rocken“ neu sein im liberalen Landesverband.
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Bremens Liberale wollen
Von Ralf Michel

An diese Tonart wird sich so mancher in Bremens FDP wohl erst noch gewöhnen müssen. Zumindest dürften Aufrufe wie „das ganze Ding zu rocken“ neu sein im liberalen Landesverband. „Das ganze Ding“ sind die Bürgerschaftswahlen im Mai 2015 nebst dem Versuch der FDP, wieder ins Parlament einzuziehen.

Die das „rocken“ will, ist Lencke Wischhusen, die seit ihrer Hochzeit im Sommer Steiner heißt. Sonnabend wurde die 29-Jährige ohne Gegenstimme zur Spitzenkandidatin der FDP im Wahlbereich Bremen gewählt. 53 von 58 Delegierten stimmten für sie, vier enthielten sich, ein Wahlzettel war ungültig.

Noch besser schnitt der Bewerber für Listenplatz 2 ab, der stellvertretende Landesvorsitzende Magnus Buhlert. Er erhielt 55 der 56 gültigen Stimmen, bei einer Enthaltung. Landesvorsitzender Hauke Hilz hat diese erfreuliche Prozedur bereits hinter sich – er wurde vor Kurzem einstimmig auf die Spitzenposition des Wahlbereiches Bremerhaven gewählt.

Mit Lencke Steiner zog am Sonnabend unverkennbar frischer Wind ein auf der Vertreterversammlung der FDP im Tagungszentrum „Forum K“ am Roten-Kreuz-Krankenhaus. 29 Jahre jung ist die Kandidatin, parteilos, von Beruf Geschäftsführerin und Gesellschafterin eines Bremer Großhandelsunternehmens, außerdem Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer. Dynamisch, anpackend und begeisternd will sie die Aufgabe angehen, die Liberalen wieder in die Bürgerschaft zu führen.

Die Chancen dafür stünden gut, die liberale Stimme würde mehr denn je gebraucht, so Steiner in ihrer Antrittsrede. Aus ihrer Sicht geht es daher nicht nur darum, bei der Bürgerschaftswahl die Fünfprozenthürde zu nehmen: „Mein Ziel lautet acht Prozent.“

Womit die liberale Spitzenkandidatin durchaus auf Linie ihres prominenten Vorredners gelegen haben dürfte. Zu Gast in Bremen war der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und Fraktionschef der FDP in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki. Der rief in seinem Grußwort zu einem offensiven, fröhlichen und optimistischen Wahlkampf auf. Vor allem sollte er ohne Angst geführt werden. „Was sollen wir denn verlieren?“ Es gebe genug Menschen, die die Regierungsparteien ablehnten. Denen müsse die FDP Alternativen aufzeigen. Und zwar „schonungslos“.

In welche Richtung dies in Bremen gehen könnte, deutete Hauke Hilz an. Den Plänen von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), die Deutsche Fußballliga an den Kosten für Polizeieinsätze zu beteiligen, erteilte er eine ebenso deutliche Absage, wie der Umweltzone („besser heute denn morgen abgeschafft“) oder den Bestrebungen, die Müllentsorgung wieder unter staatliche Obhut zu nehmen.

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