Umstrittene Verlängerung der Wochenarbeitszeit Bremer Bäder: Verdi kippt Tarifeinigung

Bremen. Die Gewerkschaft verdi hat intern das am Mittwoch ausgehandelte Tarifergebnis für die Mitarbeiter der Bremer Bäder abgelehnt. Wie die Gewerkschaft mitteilt, sind die Beschäftigten nicht damit einverstanden, wöchentlich eine halbe Stunde länger zu arbeiten.
22.03.2010, 11:17
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Bremer Bäder: Verdi kippt Tarifeinigung
Von Birgit Bruns

Bremen. Die Gewerkschaft verdi hat intern das am Mittwoch ausgehandelte Tarifergebnis für die Mitarbeiter der Bremer Bäder abgelehnt. Wie die Gewerkschaft mitteilt, sind die Beschäftigten nicht damit einverstanden, ab Januar 2011 wöchentlich eine halbe Stunde länger zu arbeiten.

Die Tarifeinigung für die rund 150 Mitarbeiter der Bremer Bäder steht auf der Kippe. Am Mittwoch, 17. März, hatten sich der kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaft verdi auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser sah unter anderem vor, die wöchentliche Arbeitszeit um eine halbe Stunde auf 39 Stunden zu erhöhen.

Wie die Gewerkschaft verdi am Montag mitteilte, lehnen die Beschäftigten diese Tarifeinigung ab. Die Arbeitsbelastung habe in den vergangenen Jahren bereits stark zugenommen. Daher seien sie nicht bereit, eine halbe Stunde mehr zu arbeiten.

Nun soll es noch einmal ein klärendes Gespräch zwischen verdi und dem kommunalen Arbeitgeberverband geben, vermutlich aber erst nach Ostern. Verdi-Fachsekretär Martin Peter hofft, dass die Arbeitgeber dann auf die Arbeitszeitverlängerung verzichten werden.

Beim kommunalen Arbeitgeberverband kommt die Ablehnung der Gewerkschaft gar nicht gut an. Verhandlungsführer Hans-Dieter Kahrs versteht nicht, wieso verdi "wegen gerade mal sechs Minuten Mehrarbeit am Tag" den gesamten Tarifbeschluss aufs Spiel setze. Für Kahrs ist klar: Wenn tatsächlich noch einmal verhandelt wird, geht es noch einmal bei Null los. "Wir haben die Tarifeinigung als Gesamtpaket geschnürt", sagt Kahrs. Daher werde er nicht nur über die Wochenarbeitszeit reden.

Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern außerdem vor, das Tarifergebnis von Mittwoch zu voreilig veröffentlicht zu haben. Normalerweise werde nach einer Tarifeinigung noch einige Tage abgewartet, so dass beide Seiten sich in ihrem Bereich noch einmal rückversichern können, erläutert Peter. Dies habe der kommunale Arbeitgeberverband offensichtlich nicht beachtet. Kahrs weist diese Kritik zurück. Es habe keine Vereinbarung mit verdi gegeben, das Ergebnis zunächst zurück zu halten. Das sei wohl auch kaum möglich gewesen, denn immerhin habe verdi durch den Warnstreik am Dienstag das öffentliche Interesse auf die Verhandlungen gelenkt.

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