Kommentar zur Bremer Bamf-Affäre

Perfide Mittel

Die Staatsanwälte haben im Bamf-Verfahren nicht nur blindwütig agiert, um mit aller Macht zum erwünschten Ergebnis zu kommen. Sie haben dies mit perfiden Mitteln auch medial orchestriert, meint Jürgen Hinrichs.
04.05.2021, 05:00
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Perfide Mittel
Von Jürgen Hinrichs
Perfide Mittel

Die sogenannte Bamf-Affäre zieht Kreise: Nun wird gegen vier Staatsanwälte ermittelt.

CARMEN JASPERSEN/DPA

Der Bremer Justizbehörde kann nicht gefallen, was ihre Staatsanwaltschaft im sogenannten Bamf-Skandal angerichtet hat. Zunächst wurde mit einem Aufwand ermittelt, der beispiellos ist in Bremens Justizgeschichte. Dann mussten die Ankläger erleben, dass der allergrößte Teil ihrer Vorwürfe vom Gericht gar nicht erst zugelassen wurde. Und schließlich war am zweiten Verhandlungstag schon alles vorbei; das Verfahren gegen die ehemalige Leiterin der Bremer Bamf-Außenstelle wurde eingestellt.

Peinlich genug, doch nun kommt noch was obendrauf: Gegen die Ermittler wird ermittelt, sie sollen einem Journalisten Interna erzählt und Vorbehalte gegen die damals Beschuldigte geschürt haben. Das verstärkt den Eindruck, dass die Staatsanwälte nicht nur blindwütig agierten, um mit aller Macht und notfalls zulasten einer Unschuldigen zum erwünschten Ergebnis zu kommen. Sie haben das offenbar mit perfiden Mitteln auch medial orchestriert. Informationen von solch einer Behörde sind in Zukunft mit Vorsicht zu genießen.

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