Tarifverhandlungen Bremer Banker halten Warnstreik ab

Der Bankenplatz Bremen hat es nicht leicht: Bei der Deutschen Bank droht der Abbau von Stellen und auch bei der Bremer Landesbank ist die Zukunft ungewiss. Deshalb hatte Verdi am Dienstag zum Warnstreik aufgerufen.
05.07.2016, 20:00
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Bremer Banker halten Warnstreik ab
Von Maren Beneke

Der Bankenplatz Bremen hat es nicht leicht: Bei der Deutschen Bank droht der Abbau von Stellen und auch bei der Bremer Landesbank ist die Zukunft ungewiss. Deshalb hatte Verdi am Dienstag zum Warnstreik aufgerufen.

Nein, es seien keine einfachen Zeiten für die Finanzbranche. Und erst recht nicht für den Bankenplatz Bremen. Da sind sich an diesem Morgen alle einig. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken in der Hansestadt zu einem Warnstreik aufgerufen.

Theoretisch hätten mehrere Tausend Angestellte von Commerzbank, Deutscher Bank, Bremer Landesbank, Sparkasse Bremen, Bankhaus Neelmeyer und Bremer Kreditbank diesem Aufruf folgen können. Um die 60 von ihnen haben sich nun vor der Bürgerschaft eingefunden, um ein Zeichen zu setzen in der laufenden Gehaltstarifrunde.

Sorgen um den Arbeitsplatz

Warum nicht mehr Kollegen gekommen sind, dafür hat Rainer Martens, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission, eine Erklärung: „Die Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz sind jetzt akut“, sagt er. Was er meint, ist beispielsweise der drohende Stellenabbau bei der Deutschen Bank sowie die ungewisse Zukunft der Bremer Landesbank. Bei solchen Problemen rücke die Forderung nach steigenden Gehältern in den Hintergrund.

Dabei geht es, so fürchten Martens und Susanne Hylla, die bei Verdi in Bremen für den Fachbereich Finanzdienstleistungen zuständig ist, offenbar um mehr als nur um mehr Lohn. Zuletzt war die dritte Verhandlungsrunde für die bundesweit 230.000 Beschäftigten ergebnislos vertagt worden. Während die Arbeitnehmervertreter unter anderem 4,9 Prozent mehr Gehalt fordern, haben die Arbeitgeber eine Lohnsteigerung von 0,85 Prozent vorgeschlagen.

Weitere Verhandlungen in Wiesbaden

„Wir sind noch ganz weit voneinander entfernt“, sagt Martens. Er sorgt sich, dass die Arbeitgeberseite am Ende über den Flächentarifvertrag sprechen will. Welches Szenario drohe, sollte dieser ausgehebelt werden, zeichnet der Gewerkschafter an diesem Morgen: Einsätze am Wochenende und an Feiertagen, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub.

Von denen, die für eine Stunde die Arbeit ruhen lassen, möchte niemand seinen Namen in der Zeitung lesen. „Wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen, dann müssen wir ein Zeichen setzen“, sagt ein Sparkassen-Mitarbeiter. Ein anderer: „Es geht darum, dass beide Seiten Kompromisse eingehen und nicht nur die Arbeitnehmer.“ Am nächsten Dienstag werden die Verhandlungen in Wiesbaden fortgesetzt.

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