Bürgerschaftswahl Bremer FDP setzt auf Lencke Wischhusen

Den Bremer Bürgerschaftswahlkampf der Liberalen soll eine überraschende Spitzenkandidatin anführen: die junge Unternehmerin Lencke Wischhusen.
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Bremer FDP setzt auf Lencke Wischhusen
Von Joerg Helge Wagner

Mit der Rückkehr in die Bremische Volksvertretung wollen sich die Liberalen nicht wieder zwölf Jahre Zeit lassen – wie zwischen 1995 und 2007. Nach dem Rauswurf 2011 soll sie im kommenden Mai eine überraschende Spitzenkandidatin in den Wahlkampf führen: die junge Unternehmerin Lencke Wischhusen.

Hauke Hilz, der 37-jährige Landesvorsitzende der Bremer FDP, hat kein Problem damit, dass eine jüngere Spitzenkandidatin die Liste der Liberalen zur Bürgerschaftswahl 2015 anführt: „Ich bin Spitzenkandidat in Bremerhaven, wo ich direkt gewählt werden kann“, sagt der Professor für Lebensmittelchemie selbstbewusst. Und er weiß, dass seine Chancen, einen Sitz in der Bremischen Bürgerschaft zu erringen, durch die Spitzenkandidatur von Lencke Wischhusen nicht kleiner werden: „Das ist eine junge, dynamische Frau und gleichzeitig eine gestandene Unternehmerin, die schon bundesweit einen Namen hat.“

Zumindest gilt das für das klassische FDP-Milieu, die Wirtschaft: Lencke Wischhusen ist am Freitag als Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer bestätigt worden – mit beachtlichen 98,5 Prozent. Der Verband versteht sich als „Forum für junge Familien- und Eigentümerunternehmer bis 40 Jahre“. Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung hat man sich hier auf die Fahnen geschrieben, gegen „überflüssige Staatseingriffe“ wendet man sich. Das ist sicherlich absolut kompatibel mit der Programmatik der FDP, insofern ist Wischhusens Kandidatur schon nicht mehr so ganz überraschend.

Was die 29-jährige Geschäftsführerin und Gesellschafterin im Großhandelsunternehmen W-Pack Kunststoffe vor allem mitbringt, ist reichlich mediale Erfahrung: Bei Frank Plasbergs „Hart aber fair“ zog sie im Mai gegen die Rentengeschenke der Großen Koalition zu Felde und legte sich mit deren Generalsekretären Yasmin Fahimi (SPD) und Peter Tauber (CDU) an. Bei der Pro 7-Talenteshow „Die Höhle der Löwen“ saß sie in der Jury und kanzelte gnadenlos wenigversprechende Investment-Ideen ab: Ihr häufiges „Ich bin raus“, wurde hier zum Markenzeichen.

Rein will sie auch in die FDP nicht: „Ich bin parteilos und werde auch nicht in die FDP eintreten“, stellte sie gestern abend gegenüber dieser Zeitung klar.

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