Werbung konterkariert Prävention Bremer Grünen-Fraktion gegen Tabakwerbung

Die Bremer Grünen-Fraktion will Kinder und Jugendliche besser schützen und drängt aus diesem Grund auf ein Verbot für Tabakwerbung.
09.04.2019, 21:29
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Grünen-Fraktion gegen Tabakwerbung
Von Pascal Faltermann

Die Bremer Grünen-Fraktion geht gegen Tabakwerbung vor. Sie will ein möglichst umfassendes Verbot aller Formen der Kino- und Außenwerbung für Tabakprodukte sowie die kostenlose Abgabe und Marketingmaßnahmen verhindern.

Dafür soll sich der Senat auf Bundesebene einsetzen, wie aus einem Antrag für die Bürgerschaft hervorgeht, der derzeit beim Koalitionspartner SPD liegt. „Tabakwerbung erhöht das Risiko, dass Jugendliche mit dem Rauchen anfangen. Und zwar dramatisch um bis zu 40 Prozent, wie Studien zeigen“, sagt Nima Pirooznia, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen.

Im Bund war in die lange festgefahrene Debatte um ein Verbot der Tabakwerbung auf Plakatflächen wieder Bewegung gekommen. Die Grünen um die Bundestagsabgeordnete Kirsten Kappert-Gonther hatten ein Gesetz vorgelegt, welches im Gesundheitsausschuss aber abgelehnt wurde.

Schon in der vergangenen Legislaturperiode hatte die Bundesregierung einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet. Doch in der vorigen Wahlperiode scheiterte ein Verbot an Widerständen aus der Union.

Das Kabinett stimmte 2016 zwar einem Entwurf des Agrarministeriums zu, Tabakwerbung auf Plakatwänden und im Kino ab 2020 weitgehend zu verbieten. Das Gesetz wurde aber nie beschlossen.

Die Grünen-Fraktion will nun nicht länger auf die Bundesregierung warten und fordert den Senat auf, sich auf Bundesebene für ein umfassendes Tabakwerbeverbot einzusetzen.

Sie betont, dass Deutschland das einzige Land in der Europäischen Union ist, in dem großflächige Außenwerbung oder im Kino immer noch erlaubt sind. „Experten zufolge ist ein Werbeverbot wichtig, damit Jugendliche nicht mit dem Rauchen anfangen“, sagt Pirooznia.

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Besonders das Tabakmarketing, das sich gezielt an Kinder und Jugendliche richtet, müsse verhindert werden. Jede Werbung fürs Rauchen konterkariere alle Präventionsmaßnahmen, so der gesundheitspolitische Sprecher.

Es sei schlicht absurd, Steuergelder für Präventionskampagnen auszugeben und zugleich die Tabakindustrie ungehindert für ihre tödlichen Produkte werben zu lassen.

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