Forderung der Bremer CDU Bremer Kinder sollen sonnabends zur Schule

Bremen. Bremen braucht ein Sofortprogramm für seine Schulen, das auch die Wiedereinführung des Unterrichts an Sonnabenden einschließt. Das fordert die Spitzenkandidatin der CDU im Bürgerschaftswahlkampf, Rita Mohr-Lüllmann.
29.04.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Rainer Kabbert

Bremen. Bremen braucht ein Sofortprogramm für seine Schulen, das auch die Wiedereinführung des Unterrichts an Sonnabenden einschließt. Das forderte die Spitzenkandidatin der CDU im Bürgerschaftswahlkampf, Rita Mohr-Lüllmann am Donnerstag im Gespräch mit der Redaktion des WESER-KURIER. "Wir müssen alles tun, damit unsere Schüler so schnell wie möglich wieder Anschluss in Deutschland finden", sagte sie. Wenn die Leistungen nicht stimmen, müsse einfach mehr als bisher unterrichtet werden.

Die Qualität des Bremer Bildungswesen bezeichnete Mohr-Lüllmann als immer noch viel zu schlecht. Bekäme sie die Möglichkeit, wäre eine erste Maßnahme eine Qualitätsoffensive. Bremer Schüler seien jenseits der Landesgrenzen benachteiligt, weil sie keine gute Ausbildung erhielten. "Es gibt Führungskräfte, die lassen ihre Familien lieber in Hamburg, damit die Kinder hier nicht in die Schule müssen", kritisierte Mohr-Lüllmann.

Der Kompromiss mit der SPD über die Schulstrukturen ändere daran nichts und habe auch die wesentliche Aufgabe nicht erledigt, den Unterricht zu verbessern. "Dazu gehört vor allem mehr Unterricht", sagte Mohr-Lüllmann. Auch den Sonnabend müsse man dafür in den Blick nehmen. In den Schulen bekämen zudem zu viele Schüler Fachunterricht von Lehrern, die das Fach selbst nicht beherrschten. Vor allem in den Naturwissenschaften wirke sich das aus. "Das sind in Mathematik bis zu 15 Prozent der Stunden", so Mohr-Lüllmann. Auch hier müsse angesetzt werden.

In der FDP stößt die Forderung nach Sonnabend-Unterricht zumindest auf ein wenig Sympathie. "Wir wären offen dafür, wenn dies nicht verpflichtend wäre", sagte der Landesvorsitzende Oliver Möllenstädt. In ihrem Wahlprogramm fordern die Liberalen ohnehin mehr Autonomie der Schulen, die selbst über diese Frage entscheiden sollen. Allerdings hat sich die FDP auch für die Ganztagsschule stark gemacht. Deren Angebote dürften durch Sonnabend-Unterricht nicht leiden.

Die Grünen sehen dagegen keinen Bedarf, nun eine Debatte über die Sechs-Tage-Woche zu führen. Mit der Entscheidung für die Ganztagsschule sei auch eine Entscheidung gegen den Sonnabend-Unterricht gefällt worden, stellte Landessprecherin Susan Mittrenga klar. Auch die Linkspartei signalisierte Ablehnung: "Was kommt als Nächstes von der CDU, Rohrstock und Prügelstrafe?", fragte Fraktionschef Klaus-Rainer Rupp. Mit Sonnabend-Unterricht würden die Bildungsprobleme auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen. Lehrern würden weitere Unterrichts-Stunden auferlegt.

Und in der CDU? Hier scheint die Debatte nicht eindeutig. Im Pressehaus hatte sich Spitzenkandidatin Rita Mohr-Lüllmann am Donnerstag für den Unterricht am Wochenende ausgesprochen. Sie gestand aber auch ein: "In meiner Partei habe ich Probleme mit dieser Forderung."

Eindeutig ist die Haltung in der Erziehungsgewerkschaft GEW. "Wir sehen nichts Positives im Sonnabend-Unterricht", meinte Landesvorstandssprecher Christian Gloede, "auch wenn es zur Entzerrung des Nachmittag-Unterrichts führen würde." Dies würde aber teuer erkauft werden, weil die Schulen an mehr Tagen offen gehalten werden müssten. Schüler, Lehrer und ein Großteil der Eltern, so Gloedes Einschätzung, würden sich gegen den Sonnabend-Unterricht aussprechen. Vor zwei, drei Jahren sei der Sonnabend-Unterricht bereits diskutiert und damals von allen Gremien verworfen worden.

Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) sieht es genauso. Nach dem Schulgesetz könnten Schulen entscheiden, Unterricht auf fünf oder sechs Tage zu verteilen. Allerdings hätten sich im Zuge der Verkürzung der Gymnasialzeit alle Schulen gegen den Sonnabend entscheiden. Auch die Eltern seien für den Nachmittagsunterricht, weil sich der Sonnabend inzwischen als Familientag bewährt habe.

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