Sicherheit in Bremen Bremer Polizei hebt Vertrag mit privaten Wachdiensten auf

Bremen. Zusammenarbeit ja, Vertrag nein. Auf diesen kurzen Nenner kann man die Nachricht bringen, die Senator Ulrich Mäurer am Donnerstag der Deputation für Inneres überbrachte. Der Kooperationsvertrag der Polizei mit dem privaten Sicherheitsgewerbe sei aufgehoben.
22.01.2010, 06:00
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Bremer Polizei hebt Vertrag mit privaten Wachdiensten auf
Von Barbara Wenke

Bremen. Zusammenarbeit ja, Vertrag nein. Auf diesen kurzen Nenner kann man die Nachricht bringen, die Senator Ulrich Mäurer am Donnerstag der Deputation für Inneres überbrachte. Der Kooperationsvertrag, den die Bremer Polizei mit dem privaten Sicherheitsgewerbe geschlossen hatte, sei aufgehoben worden, so Mäurer. Zu massiv war die Kritik.

Der Innensenator gestand ein, Fehler gemacht zu haben. Er hätte das Schriftwerk erst mit der Deputation diskutieren müssen. Von der Idee einer Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdiensten wollte er aber nicht abweichen. Es gebe gute Erfahrungen im Geldtransport, bei Fluggastkontrollen und bei Gerichten, warb Mäurer.

Auch Polizeipräsident Holger Münch möchte trotz des aufgehobenen Vertrags engen Kontakt zum Sicherheitsgewerbe halten. Münch betonte aber, dass 'Qualitätsstandards erfüllt sein müssen, um mit der Polizei zusammenzuarbeiten.' Er könne sich eine Zusammenarbeit im Falle einer Fahndung vorstellen, sagte Münch am Rande der Sitzung im Vegesacker Ortsamt. 'Bei Fahndungen bitten wir auch jetzt schon BSAG- und Taxifahrer die Augen offen zu halten.' Die Sicherheitsdienste würden der Polizei weitere aufmerksame Augenpaare bieten.

Senator Mäurer berichtete der Deputation ferner von Erfolgen der Null-Toleranz-Strategie der Polizei in Bremen-Nord. Insbesondere im Ortsteil Lüssum war es Anfang 2008 zu zahlreichen Straftaten durch Jugendliche und Heranwachsende mit Migrationshintergrund gekommen. Nachdem die Polizei eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) mit viel Präsenz in dem sozialen Brennpunkt eingerichtet hatte, ist die Zahl der Straftaten laut Nordbremer Inspektionsleiter Uwe Schröter 'auf ein Normalmaß' zurückgegangen. Die Daten haben die Polizeiführung so weit überzeugt, dass sie die Maßnahmen der BAO Nord mittlerweile in die Alltagsorganisation der Polizei vor Ort überführt hat.

Künftig wird die Arbeit für Polizisten im Land Bremen ein wenig sicherer. Wird den Beamten beispielsweise eine Schlägerei gemeldet, konnten sie dem Melderegister bislang nur entnehmen, wer in der angegebenen Adresse wohnt. Jetzt zeigt ihnen ein kleines Symbol zusätzlich an, ob der Adressat eine Waffe besitzt.

Auf Nachfrage der FDP berichtete Innensenator Ulrich Mäurer außerdem, dass er Post von einer Bürgerinitiative erhalten habe, die sich darüber beschwere, dass sich die Probleme am Sielwall wieder verschärfen. Einen ausführlicheren Bericht werde er während der nächsten Sitzung abgeben, blickte Mäurer voraus.

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