Bremer Sozialbehörde Junge Flüchtlinge sollen umverteilt werden

Im Bremer Regierungsbündnis droht handfester Krach: Nachdem die Sozialbehörde angekündigt hat, junge Flüchtlinge auch gegen ihren Willen in andere Bundesländer umzuverteilen, kündigen die Linken Widerstand an.
20.09.2022, 17:49
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Junge Flüchtlinge sollen umverteilt werden
Von Jürgen Theiner

Die Bremer Sozialbehörde will unter dem Druck steigender Flüchtlingszahlen wieder in die Umverteilung unbegleiteter minderjähriger Ausländer (UmA) in andere Bundesländer einsteigen. Das hat Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Dienstag im Senat angekündigt. Ein Sprecher der Behörde bestätigte entsprechende Informationen des WESER-KURIER. Eine Umsiedlung zugewanderter Kinder und Jugendlicher sei im Sinne der Betroffenen, weil man keine Möglichkeit mehr habe, die UmA in Bremen angemessen unterzubringen und zu betreuen. Die Kapazitäten seien erschöpft.

Lesen Sie auch

Wie berichtet, hat das kleinste Bundesland seine UmA-Aufnahmequote mehr als dreifach übererfüllt, und bis zum Jahresende werden noch rund 300 Neuankömmlinge erwartet. Eine Umverteilung gegen den Willen der Betroffenen scheiterte bisher aber am Veto der Linken. Für sie kommen Zwangsmittel beim Abtransport in andere Regionen Deutschlands nicht infrage.

Linken-Fraktionschefin Sofia Leonidakis reagierte im Gespräch mit dem WESER-KURIER erstaunt auf die Ankündigung des Sozialressorts. Sie gehe davon aus, dass die bisherigen Beschlüsse des Koalitionsausschusses von SPD, Grünen und Linken zum Umgang mit UmA Bestand haben. Tatsächlich hatte das Gremium bisher die Haltung eingenommen, dass Zwangsmittel bei der Umverteilung nicht angewendet werden sollen. Anja Stahmann könne an dieser klaren Positionierung nicht einfach "durch Zuruf" etwas ändern. Das Thema müsse erneut in den Koalitionsausschuss, so Leonidakis.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Newsletter-Übersicht