Geräte werden für Simulationen genutzt Bremer testen Weltraum-Roboter

In der Halle des Robotics Innovation Center des DFKI wird der Einsatz von Robotern im Weltraum unter möglichst echten Bedingungen getestet.
18.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Arnold

In der Halle des Robotics Innovation Center des DFKI wird der Einsatz von Robotern im Weltraum unter möglichst echten Bedingungen getestet.

Steil und unwirtlich liegt die Mondlandschaft vor „Sherpa TT“. Felsbrocken und kleine Krater machen den Anstieg für den Weltraum-Roboter zur Herausforderung. Langsam setzt sich die Maschine in Bewegung und schiebt sich den Hang hinauf. Gesteuert wird „Sherpa TT“ von Florian Cordes vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen (DFKI) – und beide stehen nicht auf dem Mond, sondern in einer großen Halle des Robotics Innovation Center des DFKI.

Eine riesige, detailgetreue Mondlandschaft wurde hier nachgebaut, auf der der Einsatz von Robotern im Weltraum unter möglichst echten Bedingungen getestet werden soll. „Sherpa TT“ ist einer von vielen Robotern, mit denen am Institut Tests und Messungen für die Arbeit im Weltraum durchgeführt werden. „Viele Situationen, die im Weltall auftreten, können wir hier nahezu perfekt simulieren“, sagt Frank Kirchner, der das Roboter-Zentrum leitet.

Ergebnisse werden auf echte Roboter übertragen

Ins All wird keine der Maschinen fliegen: „Dafür sind die gar nicht gebaut. Das wäre viel zu teuer“, erklärt Kirchner. Die Ergebnisse werden später aber auf echte Weltall-Roboter übertragen. Derzeit etwa arbeitet sein Team an einem Forschungsauftrag, bei dem es darum geht, den Abstieg von Robotern in einen bislang unerforschten Mondkrater vorzubereiten.

Dort sollen die Geräte Proben nehmen können und den Krater selbstständig wieder verlassen. Eine enorme Herausforderung für die Wissenschaftler, schließlich muss das Gerät genau wissen, welche Glieder es wann und in welcher Höhe bewegen muss, um etwa einen sandigen Untergrund zu überwinden – und das idealerweise autonom, ohne Fernsteuerung.

Autonome Systeme wären sinnvoll

Viele Simulationen führen die Wissenschaftler am Computer durch, wo sich auch Bedingungen wie der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre oder die Gravitation nachstellen lassen. „Ehrlich gesagt waren wir vor 40 Jahren schon einmal deutlich weiter“, sagt Kirchner. Zu Beginn der 70er-Jahre stellte die Nasa ihr „Apollo“-Programm ein, in dem 1969 der erste Mensch den Mond betreten hatte. Das Ende des Programms bedeutete auch das Ende der Forschung in diesem Bereich. „Hätte man das Programm fortgesetzt, wäre all das, was wir gerade ausprobieren, schon gar kein Problem mehr.“

„Mit den kleinen Robotern derzeit lassen sich ja keine Planeten auskundschaften“, meint auch Markus Grebenstein. Er ist Abteilungsleiter am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums. „Die Maschinen brauchen bis zu fünf Jahre, um 25 Kilometer zurückzulegen. Im Weltall geht alles unglaublich langsam.“ Sinnvoll wären deshalb autonome Systeme, die etwa eine Basis auf einem Planeten bauen könnten und von dort in großer Zahl Erkundungsfahrten starten. Daran werde derzeit geforscht.

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