Geplante Schließung von Bremer Horten

CDU wirft Stahmann chaotische Planung vor

Bremen. In Bremen sollen 17 Horte geschlossen werden. So lauten die Pläne von Sozialsenatorin Anja Stahmann. Über eine mangelhafte Abstimmung mit dem Bildungsressort beschweren sich nun CDU, Linke und FDP.
14.12.2011, 13:13
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Bremen. In Bremen sollen 17 Horte geschlossen werden. So lauten die Pläne von Sozialsenatorin Anja Stahmann. Über eine mangelhafte Abstimmung mit dem Bildungsressort beschweren sich nun CDU, Linke und FDP.

Im kommenden Sommer sollen 17 Horte in Bremen geschlossen werden. Eine entsprechende Liste ist bei Kita Bremen aufgetaucht. Allerdings ist noch nicht klar, wo die drei- bis sechsjährigen Kinder dann untergebracht werden sollen. Theoretisch in sogenannten offenen Grundschulen. Welche 20 Grundschulen dafür infrage kommen, hat die Bildungsdeputation noch nicht festgelegt.

Genau das kritisiert jetzt die Bremer CDU. Sie fordert eine Zusammenlegung von Jugend- und Bildungsressort. „Das Durcheinander offenbart, dass beide Behörden nach wie vor aneinander vorbei arbeiten“, sagt Sandra Ahrens, jugendpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Die fehlende Abstimmung führe zu einer unnötigen Verunsicherung der Eltern, da diese nicht wüssten, wo ihre Kinder künftig betreut werden können. Sozialsenatorin Stahmann und Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper sollten umgehend ein gemeinsames, schlüssiges Konzept vorlegen.

Auch die FDPmeldet sich in der Angelegenheit zu Wort und merkt an, dass es sich nun räche, dass Jugend- und Bildungsressort nicht zusammengelegt wurden:"Doch es war der Koalition ja wichtiger Frau Jürgens-Pieper mit der Zusatzaufgabe als Gesundheitssenatorin zu überfordern, statt sinnvolle Senatszuschnitte umzusetzen“, verkündet der jugendpolitische Sprecher der FDP, Magnus Buhlert, über Twitter.

Kristina Vogt, Fraktionsvorsitzende der Fraktion Die Linke, stellt fest, dass es noch im November hieß, Hortplätze nicht mehr über soziale Träger aufzustocken. "Von Hortschließungen war nicht die Rede", stellt sie fest. "Offene Ganztagsgrundschule kann auch heißen: An drei Tagen Betreuungsangebote bis 16 Uhr, Montag und Freitag ist mittags Schluss, in den Ferien ist die Schule zu. Berufstätigen Eltern kann das nicht zugemutet werden – das ist weder verlässlich noch ganztags", so die Kritik der Politikerin.

Anja Stahmann reagiert umgehend auf die Vorwürfe und bezeichnet sie als „vollkommen abstrus“. „Ich kann diese abenteuerliche Darstellung nur ins Reich der Mythen und Märchen verweisen“, so Stahmann in einer Pressemitteilung. Sicher sei, dass die Koalition aus bildungs- und sozialpolitischen Gründen weitere Ganztagsschulen einrichten wolle. „Jede neu eingerichtete Ganztagsgrundschule nimmt Kinder auf, die dann keinen Hortplatz mehr brauchen“, sagt die Senatorin.

„Nur wo neue Ganztagsschulen entstehen, können auf lange Sicht auch Hortplätze abgebaut werden. Der Abbau von Hortplätzen ist aber immer erst der zweite Schritt.“ Im Januar wolle die Bildungsdeputation beraten, wo weitere Ganztagsschulen aufgebaut werden. Auch dann sei erst klar, welche Horte konkret geschlossen werden. Die bekannt gewordene Liste erklärt Stahmann mit einer frühzeitigen Planung, die "selbstverständlich, gut und richtig" sei. (gor)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+