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Das sagen Jugendliche zu den Corona-Regeln

Nach der Schule nur noch einen einzigen Freund treffen oder ausschließlich die allerbeste Freundin, um Kontakte und damit Infektionsrisiko gering zu halten? Viele Jugendliche überzeugt das nicht.
18.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von unserer Redaktion
Das sagen Jugendliche zu den Corona-Regeln

Beste Freundinnen: Solche Treffen könnten bald auch Einschränkungen unterliegen, wenn es nach einem Vorschlag der Bundesregierung geht.

Antonio Guillem / dpa

Kinder und Jugendliche sollen sich bis auf Weiteres nur noch mit einem einzigen Freund oder einer besten Freundin treffen – das hat die Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorgeschlagen. Wir haben Schülerinnen und Schüler in der Region gefragt, wie sie das finden.

Henritta Twumasi (14), Schülersprecherin der Roland zu Bremen Oberschule: „Ich finde die Regelung, dass jeder nur noch eine Person treffen soll, gut. Es ist besser, wenn wir uns nicht so viel anstecken und Deutschland und Bremen nicht noch mehr in die Krise kommen. Ich treffe momentan nicht so viele Leute.“

Berit Waterkamp (14), Gymnasium am Markt, Achim: „Eigentlich finde ich die Regelung richtig, so wenig Kontakt wie möglich zu haben, aber sie ist unlogisch, weil wir in der Schule sowieso alle treffen. Für mich und meine Zwillingsschwester wäre es außerdem blöd: Maite und ich haben gemeinsame Freundinnen – wir müssten uns einigen, welche von denen wir treffen wollen.“

Lilli Jeschina (11), Gymnasium St. Johannis Bremen: „Wenn man wie in meiner Klasse mit 28 Kindern im Klassenzimmer weder eine Maske tragen muss noch Abstand zu halten braucht, ist es in meinen Augen unverständlich, weshalb man sich in seiner Freizeit nur noch mit einem festen Freund treffen darf. Es macht mich ein bisschen wütend und nachdenklich, dass Politiker Dinge entscheiden, die in meinen Augen keinen Sinn machen, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen.“

Gustav Grünthal, (17), Vorsitzender des Kreisschülerrats im Landkreis Osterholz, Integrierte Gesamtschule Osterholz-Scharmbeck: „Die Maßnahme trifft zwar in unserer Schülerschaft aus Gründen der Pandemie-Eindämmung auf Verständnis, gleichzeitig fragen wir uns aber auch: Wenn das Privatleben so beschnitten wird, warum gelten dann nicht auch ähnliche Maßnahmen an den Schulen und im Unterricht?“

Linus Paul Arndt (12), Gymnasium Vegesack/Kerschensteiner Straße.„Ich finde es nicht sehr sinnvoll, dass wir mit 30 Kindern ganz eng beieinander in einer Klasse sitzen, dabei natürlich auch nicht den Abstand einhalten können, uns aber nachmittags dann nur noch mit einem Freund treffen dürfen. Das ist dann doch auch egal, mit wem ich mich treffe. Ich habe ja sowieso den ganzen Vormittag mit allen auf engem Raum verbracht.“

Mascha Groth, Schülersprecherin der IGS Osterholz-Scharmbeck: „Wir tragen zwar schon jetzt alle eine Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht und in den Pausen; aber dann essen wir auch alle gleichzeitig in den Pausen. Es ist mir außerdem ein Rätsel, wie eine solche Regelung zur Kontaktbegrenzung kontrolliert werden soll.“

Jonas Zerjatke (15), Waldschule Schwanewede: „Meine Meinung dazu ist, dass es kein Sinn macht, dass man sich nur mit seinem besten Freund treffen soll, weil man in der Schule eh dicht an dicht mit seinen Freunden steht, und das auch meist ohne Maske in der Pause.“

Judith Henkels (26), in Ausbildung zur Logopädin: „Mit der Regelung, sich nur noch mit einem spezifischen Haushalt treffen zu können, kann ich mich noch nicht anfreunden. Ich vermisse es, mich mit meinen Freunden zu treffen, zumal ich gerade in Quarantäne bin und mich gefreut hatte, mich wenigstens dann noch mit einer Freundin treffen zu können. Nur die Ein-Haushalt-Regel würde bedeuten, dass ich mich wahrscheinlich mit keiner meiner Freundinnen treffen könnte, da diese alle schon einen weiteren Haushalt haben, mit dem sie sich treffen: ihre Partner.“

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