Drei Bremer Standorte betroffen Deutsche Bank schließt Filialen

Das Sparprogramm der Deutschen Bank macht vor Bremen nicht halt: Drei der sieben Filialen im Stadtgebiet sollen geschlossen werden. Im gesamten Marktgebiet Bremen sind sogar fünf von 13 Filialen betroffen.
01.07.2016, 10:50
Lesedauer: 2 Min
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Deutsche Bank schließt Filialen
Von Maren Beneke

Das Sparprogramm der Deutschen Bank macht vor Bremen nicht halt: Drei der sieben Filialen im Stadtgebiet sollen geschlossen werden. Im gesamten Marktgebiet Bremen sind sogar fünf von 13 Filialen betroffen.

Das rigorose Sparprogramm der Deutschen Bank macht auch vor Bremen nicht halt: Wie am Freitag bekannt wurde, sollen im Stadtgebiet drei der sieben Filialen geschlossen werden. Insgesamt sind fünf der 13 Standorte im Marktgebiet Bremen – dazu zählen unter anderem Achim, Verden, Bremerhaven und Delmenhorst – betroffen. Das bestätigte Susanne Hylla, die bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Bremen für den Fachbereich Finanzdienstleistungen zuständig ist. Welche Filialen auf der Streichliste stehen und innerhalb welchen Zeitraumes sie geschlossen werden sollen, dazu gibt es derzeit noch keine Angaben. Die Deutsche Bank selbst wollte die Filialschließungen nicht bestätigen.

Mehrere Banken dünnen ihr Netz aus

Allein im Stadtgebiet arbeiten 160 Menschen in den Filialen der Deutschen Bank. Verdi wurde nach eigenen Angaben bislang noch nicht darüber informiert, wie viele Jobs am Ende in Bremen und der Region wegfallen werden. Insider gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent der Stellen im Marktgebiet gestrichen werden könnten.

In den vergangenen Jahren haben gleich mehrere Banken ihr Filialnetz am Standort ausgedünnt. So will sich die Sparkasse Bremen in den kommenden fünf Jahren von 83 auf 80 Standorte verkleinern. Das Bankhaus Neelmeyer hat sich zwischen 2009 und 2011 von vier Standorten zurückgezogen. Und UBS und Credit Suisse sind seit zwei Jahren gar nicht mehr in Bremen vertreten.

Verhandlung über 1000 Arbeitsplätze

Die Bremer Mitarbeiter der Deutschen Bank haben bereits Anfang der Woche von den Plänen des Geldinstituts im Marktgebiet erfahren. Zuvor war öffentlich geworden, dass der Konzern bundesweit gut ein Viertel seiner Filialen schließen will. Dadurch soll es knapp 3000 Vollzeitstellen weniger geben. Insgesamt verringert sich die Zahl der Standorte dann von 723 auf 535. Darauf hatten sich das Management und der Betriebsrat nach monatelangen Verhandlungen verständigt. Der Jobabbau könnte mit den 3000 Jobs aber noch nicht beendet sein: Über die Streichung von 1000 weiteren Arbeitsplätzen wird noch verhandelt.

Theoretisch ein Risiko

Der Radikalumbau hat die Stimmung der Angestellten auf einen Tiefpunkt sinken lassen. Konzernchef John Cryan und Personalvorstand Karl von Rohr gaben am Freitag bekannt, dass eine repräsentative Umfrage unter der Belegschaft „ein ernüchterndes Bild von der Stimmung in unserer Bank“ zeichne.

Unterdessen hatten Medien tags zuvor darüber berichtet, dass der Internationale Währungsfonds IWF die Deutsche Bank als „wichtigsten Nettolieferanten von Systemrisiken“ bezeichnet. In einem Bericht hatte sich der IWF mit der deutschen Banken- und Versicherungslandschaft beschäftigt. Weil die Deutsche Bank besonders im internationalen Zahlungsverkehr mit anderen Banken vernetzt ist, so die Schlussfolgerung des IWF, stelle diese zumindest theoretisch ein Risiko für das globale Finanzsystem dar.

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