Neuer Landesbank-Chef Christian Veit „Die Situation ist sehr schwierig“

Christian Veit wird neuer Chef der Bremer Landesbank – der Aufsichtsrat segnete die Personalie am Mittwoch ab. Am Abend stellte er sich den Fragen der Mitarbeiter. Zuvor sprach Veit mit dem WESER-KURIER.
03.11.2016, 00:00
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„Die Situation ist sehr schwierig“
Von Philipp Jaklin

Christian Veit wird neuer Chef der Bremer Landesbank – der Aufsichtsrat segnete die Personalie am Mittwoch ab. Am Abend stellte er sich den Fragen der Mitarbeiter. Zuvor sprach Veit mit dem WESER-KURIER.

Herr Veit, was verbindet Sie mit Bremen?

Christian Veit: Ich kenne die Bremer Landesbank, seitdem ich für die NordLB arbeite. Ich habe immer einen sehr guten und positiven Blick auf die BLB gehabt. Die Stadt Bremen kenne ich aus verschiedenen Konzernveranstaltungen, ehrlich gesagt aber bislang nur an der Oberfläche.

Seit den letzten Wochen bin ich jetzt dabei, zusammen mit meiner Familie Bremen, Oldenburg und die Region besser kennenzulernen. Was wir bislang gesehen haben, gefällt uns sehr gut. Wir werden Mitte nächsten Jahres unseren Familienwohnsitz von Luxemburg nach Bremen verlegen. Ich glaube, das sagt ja schon etwas aus.

Was werden Sie in Ihrem neuen Amt als Erstes angehen?

Wir haben verschiedene Dinge gleichzeitig zu tun. Die Situation ist aktuell sehr schwierig, Sie wissen, warum die Bank in Schwierigkeiten geraten ist. Die Lage an den Schiffsmärkten ist nicht besser geworden. Wir müssen uns darum bemühen, die Lage in den Griff zu bekommen – und auf der anderen Seite mit dem neuen Vorstandsteam daran arbeiten, die Bank so auszurichten, dass sie in Zukunft wieder eine starke Positionierung im NordLB-Konzern hat.

Können Sie schon sagen, in welchem Umfang Sie Stellen abbauen müssen?

Dazu haben sich ja in den letzten Tagen verschiedene Personen schon geäußert. Ich möchte jetzt erst mal ankommen, am 14. November ist der offizielle Start. Ich werde mir alles genau anschauen und die Dinge bewerten. Mehr kann ich noch nicht sagen, dazu ist es noch zu früh.

Welche Erfahrungen bringen Sie aus Ihren bisherigen Tätigkeiten mit, die bei der BLB besonders wertvoll sein werden?

In meinen bisherigen Rollen war ich sowohl als Chief Financial, Chief Risk und Chief Operations Officer tätig – und in den letzten vier Jahren auch als Vorstandsvorsitzender von zwei verschiedenen Banken. Ich habe in den letzten zwei Jahren die Neuausrichtung der NordLB am Finanzplatz Luxemburg geführt.

Ich habe dabei sehr viele Erfahrungen mit Veränderungsprozessen gesammelt, die für die Bank sehr hilfreich sein werden. Auf der anderen Seite ist es sicher auch sehr hilfreich, eine Historie im Risikomanagement zu haben, um das zu bewältigen, das vor uns liegt.

Die Bankenwelt ist radikal im Wandel. Worauf kommt es heute am meisten an, um als Geldinstitut zu bestehen?

Am Ende gibt es nur einen Boss, und das ist der Kunde. Das Wichtigste wird sein, dass wir es schaffen, die Lösungen anzubieten, die unsere Kunden brauchen. Diese Bank hat einen guten Kundenstamm, ist etabliert.

Bei allen Dingen, die wir in den kommenden Monaten vorantreiben müssen, um die Lage in den Griff zu bekommen, müssen wir immer einen Schwerpunkt auf den Kunden setzen. Der Kunde darf nicht den Eindruck haben, dass die Bank mit sich selbst beschäftigt ist. Wir arbeiten für den Kunden.

Welche Botschaft bringen Sie für die Mitarbeiter mit?

Natürlich geht es erst einmal darum, sich kennenzulernen, die neuen Gesichter im Vorstand vorzustellen und Fragen der Mitarbeiter zu beantworten. Wir müssen jetzt mit einem geordneten Prozess bei der Bank beginnen. Der Startpunkt ist gesetzt.

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