Gastbeitrag über die neue Pflegeausbildung

Ein zukunftssicheres Berufsfeld wird noch attraktiver

Die drei bisher getrennten Lehren zum Altenpfleger, Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger werden ab 2020 zusammengefasst. Das schafft neue Chancen, kommentiert Karl Bronke.
06.05.2019, 08:08
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Karl Bronke

Zum Jahresbeginn 2020 wird die Ausbildung in der Pflege durch ein Bundesgesetz neu geordnet: Die drei bisher getrennten Ausbildungsgänge zur Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege werden zu einer neuen gemeinsamen Pflegeausbildung für alle Altersphasen zusammengefasst.

Damit wird dieses interessante und zukunftssichere Berufsfeld noch attraktiver: Die Zahl der zur Wahl stehenden Berufsfelder wird größer, die Ausbildungsabschlüsse werden EU-weit anerkannt, die Inhalte der Ausbildung werden neu geordnet, die Ausbildung wird aufgewertet.

Schon jetzt bekommt man im ersten Lehrjahr eine Ausbildungsvergütung von mehr als 1100 Euro – und man findet überall jederzeit einen Job, der Sinn macht und in dem man Menschen helfen kann.

Damit diese neue Ausbildung dazu beiträgt, die Zahl der Fachkräfte in der Pflege zu erhöhen, müssen allerdings einige Voraussetzungen geschaffen werden.

Erstens: Die Anforderungen an die Ausbildungsbetriebe und die Pflegeschulen erhöhen sich deutlich. Die Kostenträger – Pflegekassen, Krankenkassen und öffentliche Hand – müssen dem durch deutlich höhere Zahlungen Rechnung tragen.

Zweitens: Auch kleinen Betrieben muss es trotz der gestiegenen Anforderungen an die Ausbildung möglich sein, eine fachgerechte Ausbildung durchzuführen. Dazu sollten Ausbildungsverbünde gebildet werden.

Drittens: Die Arbeitgeber müssen auch die Arbeitsbedingungen nach der Ausbildung verbessern: familiengerechte Dienstpläne, Fort- und Weiterbildung, bessere Personalausstattung und bessere Bezahlung nach flächendeckenden Tarifverträgen. Auch hier sind die Kostenträger gefordert. Dabei ist bei einer gemeinsamen Ausbildung selbstverständlich, dass die Verdienste in den Bereichen Gesundheit und Pflege angeglichen werden müssen.

Bei der jetzigen Konstruktion der Pflegeversicherung (feste Leistungshöhe, die auch jetzt schon nicht alle Kosten abdeckt) würden die entstehenden Mehrkosten bei den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen hängen bleiben.

Das ist angesichts der schon jetzt hohen Eigenanteile nicht zumutbar. Daher ist eine Reform der Pflegeversicherung erforderlich – mit einer Begrenzung des Eigenanteils der Pflegebedürftigen auf eine feste Summe - oder besser als Vollversicherung, die alle Pflegekosten abdeckt.

Info

Zur Person

Unser Gastautor ist Vorsitzender des Weser Bildungs-Verbundes Gesundheit und Pflege, in dem sich Kliniken, Heime, die Hochschule und andere in der Pflegeausbildung tätige Träger organisieren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+