Sparkurs an Bremer Gymnasien

Einschnitte stoßen auch bei Rot-Grün auf Kritik

Bremen. Unter großem öffentlichen Interesse hat Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) am Dienstag erläutert, wie und warum sie an einigen Schulen Lehrerstunden kürzen will, um sie anderen Schulen zugute kommen zu lassen.
17.08.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Einschnitte stoßen auch bei Rot-Grün auf Kritik
Von Matthias Lüdecke

Bremen. Unter großem öffentlichen Interesse hat Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) am Dienstag in der Bildungsdeputation erläutert, wie und warum sie an einigen Schulen Lehrerstunden kürzen will, um sie anderen Schulen zugute kommen zu lassen. Hintergrund ist eine drohende Überziehung ihres BudgetsIn erster Linie betroffen von dem Verlust sind gymnasiale Oberstufen, profitieren sollen Grundschulen und die Inklusion.

Dabei wird nun erst einmal weniger gekürzt als ursprünglich geplant. Einige Posten auf der Kürzungsliste sind zurückgestellt und sollen bis Februar 2012 überprüft werden– ein Ergebnis des Protests von SPD und Grünen. Den Grünen liegen vor allem Grundschulangebote für schwächere Kinder am Herzen, wie die bildungspolitische Sprecherin der Partei, Sülmez Dogan, betonte.

Die SPD will keinesfalls einer Kürzung bei den Mitteln für die Profilbildung der Schulen zustimmen. „Wir hätten uns als Regierungsfraktion gewünscht, dass die Kürzungen zunächst geprüft und dann umgesetzt werden“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Mustafa Güngör, „jetzt ist es umgekehrt – und einige Dinge sind für uns nicht tragbar.“

Mit seiner Kritik an Zeitpunkt und Art der Information durch die Behörde ist Güngör nicht allein. Der bildungspolitische Sprecher der CDU, Thomas vom Bruch, der am Dienstag auch zum Deputationssprecher gewählt wurde, moniert, dass zwischen Bekanntwerden der Notlage im Haushalt und der Umsetzung der Gegenmaßnahme die Fraktionen und die Öffentlichkeit nicht informiert worden seien. „Das muss sich in der Zukunft ändern“, forderte vom Bruch, der zudem in den Kürzungen ein falsches politisches Signal sieht.

Kristina Vogt, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linken, forderte nicht nur einige Posten sondern die ganze Kürzungsliste erst einmal erneut auf den Prüfstand zu stellen.

Die Lehrer sehen das ähnlich. Auch Petra Lichtenberg, Vorsitzende des Personalrats Schulen, fordert eine Rücknahme der Pläne. „Die Schulen, die jetzt von den Kürzungen betroffen sind, hatten vorher ja nicht zu viele Stunden“, sagte sie, „sie haben mit diesen Stunden überhaupt erst funktioniert.“

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