Weihnachtsgeschäft in Bremen Einzelhändler trotz Regenwetters zufrieden

Dauerregen in Bremen, das merkt auch der Einzelhandel. Dennoch läuft das Weihnachtsgeschäft gut - auch wenn der Online-Handel im Vergleich zum stationären Handel überdurchschnittlich stark zulegt.
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Einzelhändler trotz Regenwetters zufrieden
Von Jörn Hüttmann

Wer jetzt noch Weihnachtsgeschenke sucht, hat nicht mehr viel Zeit. Bis 14 Uhr sind die Geschäfte an Heiligabend geöffnet. Der Einzelhandel rechnet mit starken Umsätzen an den Tagen zwischen dem vierten Adventsonntag und Weihnachten.

„Viele haben die ersten Urlaubs- und Ferientage genutzt, um noch einzukaufen“, sagt Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). Damit werde der Einzelhandel mit einem leichten Umsatzplus von 1,2 Prozent aus dem Weihnachtsgeschäft gehen, prognostiziert der HDE.

Die letzten Tage vor der Bescherung haben auch die Stimmung der Bremer Einzelhändler gerettet. Die zunächst verhalten optimistischen Erwartungen waren durch das regnerische Wetter der vergangenen Tage deutlich getrübt worden. Noch Mitte Dezember prognostizierten Branchenvertreter ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Bis zum vierten Adventssonnabend dachte ich, das Geschäft ist dahin“, sagt Wolfgang Brakhane vom Handelsverband Nordwest. „Der Montag war aber dann herausragend.“

Online-Handel legt stark zu

Bis Heiligabend werde der Umsatz der Einzelhändler wieder das Niveau des Vorjahres erreichen. „Die Ampel stand nie auf rot“, sagt Brakhane. „Jetzt springt sie zwischen gelb und grün hin und her.“ Jan-Peter Halves von der Bremer City-Initiative hält die optimistische Schätzung von 1,5 Prozent immer noch für erreichbar. „Wie viele Geschenke gekauft werden, liegt nicht nur am Regen, sondern an der Wirtschaftslage – und die ist gut.“

Auch der Handelsverband Deutschland erwartet nach dem vierten Advent eine positive Bilanz des Weihnachtsgeschäfts. Bundesweit werden demnach etwa 85,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet werden, eine Milliarde Euro mehr als noch im Vorjahr. Knapp eine Milliarde Euro des Gesamtumsatzes entfallen auf Bremen.

Der Online-Handel legte im Vergleich zum stationären Handel überdurchschnittlich stark zu. Laut Branchenverband HDE wurden in diesem Jahr 18 Prozent mehr Geschenke verschickt als noch 2013. So erzielt der Online-Handel insgesamt einen Umsatz von zehn Milliarden Euro, was zwölf Prozent des gesamten Weihnachtsgeschäfts entspricht.

Winterkleidung bleibt in den Regalen

Dabei ist das Geschäft in der Weihnachtszeit für viele Einzelhändler von existenzieller Bedeutung. Die Spielwarenbranche machte nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2013 beispielsweise 28 Prozent ihres Jahresumsatzes in der Adventszeit, gefolgt von Keramik- und Buchhändlern mit 26 und 24 Prozent. Aber auch für Einzelhändler, die Schmuck, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik oder Musikinstrumente verkaufen, generiert das Weihnachtsgeschäft mehr als ein Fünftel des Jahresumsatzes.

Einen Verlierer hat das Weihnachtsgeschäft jedoch: Durch die milden Temperaturen blieb die Textilbranche bisher auf der Winterkleidung sitzen. „Kein Mensch kauft jetzt Stiefel“, sagt Wolfgang Brakhane. „Das wäre anders, wenn draußen Schnee liegen würde.“ Die leidtragenden Einzelhändler haben schnell mit Preisnachlässen reagiert. „Das ist ein normaler Reflex“, sagt Jan-Peter Halves. Schließlich könnten Textilien nicht über ein Jahr eingelagert werden, sagt Wolfgang Brakhane. „Daran werden aber keine Geschäfte zugrunde gehen.“ Vielmehr könnten im neuen Jahr die Kunden davon profitieren. „Das wird dem Schlussverkauf guttun“, sagt Wolfgang Brakhane.

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