Kommentar zum Integrationskonzept Es ist ein Armutszeugnis

Das Integrationskonzept ist kein großer Wurf, kein kleiner, nicht mal ein Wurf. Es zeugt gewiss von gutem Willen, vor allem aber von großer Ratlosigkeit. Ein Kommentar von Silke Hellwig.
12.01.2016, 20:15
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Es ist ein Armutszeugnis
Von Silke Hellwig

Niemand kann verlangen, dass der Senat mal eben Probleme löst, die die ganze Welt bewegen und sich mit eigener Dramatik entwickeln. Niemand kann erwarten, dass gerade einem finanziell arg beschränkten Land bei einem Integrationskonzept ein großer Wurf gelingt.

Aber man kann erwarten, dass das Papier mehr beinhaltet als Prüfaufträge, Absichtserklärungen und Beschönigungen.

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Das Integrationskonzept ist kein großer Wurf, kein kleiner, nicht mal ein Wurf. Es beschränkt sich vor allem auf organisatorische Fragen und blendet unangenehme Fakten aus: Mehr Kita-Plätze? „Übergangslösungen“ sollen entwickelt werden. Frühe Sprachkurse? Ein „Sprachgipfel“ soll „Bedarfe erheben“. Erwachsene Flüchtlinge mit unzureichender Schulbildung? Gibt es in Bremen nicht. Mehr Polizisten? Anders als in Köln oder Hamburg in Bremen nicht nötig. Und, besonders heikel: Mehr Schulklassen? „Nicht darstellbar“ – also müssen sie größer werden.

Das Integrationskonzept zeugt gewiss von gutem Willen, vor allem aber von großer Ratlosigkeit. Es ist ein Armutszeugnis, insbesondere buchstäblich, aber auch im übertragenen Sinne.

silke.hellwig@weser-kurier.de

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