Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst Etwa 500 Bremer Klinikmitarbeiter protestieren

Bremen. In fünf kommunalen Bremer Kliniken haben die Beschäftigten am Mittwoch für kurze Zeit die Arbeit niedergelegt. Sie wollten ihren Forderungen nach fünf Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen. Am Klinikum Bremen-Mitte machten etwa 100 Mitarbeiter mit.
03.02.2010, 05:41
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Etwa 500 Bremer Klinikmitarbeiter protestieren
Von Birgit Bruns

Bremen. In fünf kommunalen Bremer Kliniken haben die Beschäftigten am Mittwoch für kurze Zeit die Arbeit niedergelegt. Sie wollten ihren Forderungen nach fünf Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen. Am Klinikum Bremen-Mitte machten etwa 100 Mitarbeiter mit.

Pünktlich um 12.30 Uhr versammelten sich Krankenschwestern, Krankenpfleger, Verwaltungsmitarbeiter und Auszubildende am Haupteingang des Klinikums Bremen-Mitte. Mit Gewerkschaftsfahnen, Spruchbändern und Trillerpfeifen zogen sie die St.-Jürgen-Straße Richtung Steintor hinunter. Mehrere Teilnehmer trugen Pappplakate mit großen Buchstaben, die zusammengenommen das Motto des Warnstreiks bildeten: Was ist gute Arbeit wert?

Per Megaphon machten die Streikenden ihrem Ärger über die stockenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst Luft. "Wir fordern ein gerechtes Angebot von den Arbeitgebern", stellte Uwe Schmid klar, der für Bremen zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär. Insbesondere gehe es darum, den Nachtzuschlag in den Bremer Kliniken auf das im Öffentlichen Dienst übliche Niveau anzupassen.

Außerdem sollten nach Meinung der Streikenden Teilzeitbeschäftigte auch Anspruch auf Überstundenzuschläge bekommen, genau wie die Mitarbeiter, die Vollzeit arbeiten. Eine weitere Forderung: Die Einführung eines "Strafzolls", wenn Mitarbeiter aus dem "Frei" kurzfristig zum Dienst bestellt werden. Denn dieser spontane Einsatz bedeute für die Mitarbeiter großen Stress, viele könnten ihre Freizeit gar nicht mehr richtig planen. Außerdem müssten die Regelungen zur Altersteilzeit bestehen bleiben, um so Stellen für junge Kolleginnen und Kollegen schaffen zu können, fordert Schmid.

In Niedersachsen und Bremen nahmen laut ver.di insgesamt 1650 Beschäftigte am Warnstreik teil. Wenn auch die dritte Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst am 10. Februar scheitern sollte, droht die Gewerkschaft mit richtigen Streiks. Rund 220000 Beschäftigte sind in Bremen und Niedersachsen von den Tarifverhandlungen betroffen. Die Gewerkschaften fordern ein Plus im Gesamtvolumen von fünf Prozent. 'In jeder Tarifauseinandersetzung verweisen die Arbeitgeber gebetsmühlenartig auf die schlechte Finanzlage der öffentlichen Haushalte und Sozialversicherungen', erklärt Uwe Schmid. Doch die ver.di-Forderungen seien 'verantwortungsbewusst'. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dagegen, dass er kein Verständnis für die Warnstreiks habe und verwies auf die schlechte wirtschaftliche Lage des Bundes.

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