Insolvenzverfahren über Vermögen von Ralf Borttscheller Ex-Innensenator in der Finanzklemme

Bremen. Bremens ehemaliger Innensenator und früherer CDU-Bürgerschaftsabgeordneter Ralf Borttscheller steckt offenkundig in finanziellen Schwierigkeiten. Beim Amtsgericht ist jetzt ein Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet worden.
24.03.2010, 18:10
Lesedauer: 1 Min
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Ex-Innensenator in der Finanzklemme
Von Christian Weth

Bremen. Bremens ehemaliger Innensenator und früherer CDU-Bürgerschaftsabgeordneter Ralf Borttscheller steckt offenkundig in finanziellen Schwierigkeiten. Beim Amtsgericht ist jetzt ein Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet worden. Nach Auskunft seines Anwalts Christian Volkmann, sind Verbindlichkeiten aus 'desaströsen Immobiliengeschäften' offen geblieben - in welcher Höhe, sagte er nicht, nur: 'Es geht um erhebliche Summen.'

Auch wenn Borttschellers Privatkonten auf dem Spiel stehen, hat sich das Gericht gegen eine Verbraucherinsolvenz entschieden. Dem Vernehmen nach sollen die Vermögensverhältnisse des Ex-Senators so undurchsichtig sein, dass eine reguläre Insolvenz samt Gläubigerversammlung eröffnet wurde. Was allerdings unklar am Vermögensstand seines Mandanten sein soll, ist Anwalt Volkmann ganz und gar nicht klar: 'Alle Forderungen sind objektbezogen und lassen sich einwandfrei zuordnen.'

Überraschend kommt die Finanzklemme von Borttscheller für manche Weggefährten und Vertraute keineswegs. Ihm wurde schon lange nachgesagt, er lebe auf ausgesprochen großem Fuß und auch über seine Verhältnisse. So soll eine Grundstücksgesellschaft, in der seine Frau Edith Geschäftsführerin war, beim Bau eines Mehrfamilienhauses vor mehreren Jahren erhebliche Verluste eingefahren haben.

Schlagzeilen machte Borttscheller 2001 wegen seiner Tätigkeit als Notar: Die Justizbehörde prüfte seinerzeit, ob ein sogenannter Vermögensverfall bei ihm vorliegt. Das Verfahren war eingeleitet worden, weil Notare nicht verschuldet sein dürfen, um fern jeder Versuchung zu sein. Drei Jahre später beantragte Borttscheller selbst seine Entlassung als Notar - um einer Amtsenthebung zuvorzukommen, hieß es. Der Notarsenat des Oberlandesgerichts hatte gegen ihn ermittelt.

Wie Anwalt Volkmann betont, sind Borttschellers Verbindlichen nicht auf dessen Notarstätigkeit zurückzuführen, sondern allein auf verlustreiche Immobiliengeschäfte. Hauptgläubigerin ist die Deutsche Bank. Für eine Stellungnahme waren gestern weder Borttscheller noch Insolvenzverwalter Detlef-Helmut Stürmann erreichbar.

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