Reiseverbot wegen des Coronavirus

Firmenmitarbeiter bleiben in Bremen

Reisen nach China und in andere Länder in Asien sind bereits in manchem Unternehmen untersagt. Wie Bremer Betriebe nun mit dem Einreiseverbot in die USA umgehen.
13.03.2020, 05:00
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Firmenmitarbeiter bleiben in Bremen
Von Florian Schwiegershausen
Firmenmitarbeiter bleiben in Bremen

Dienstreisen von Daimler-Mitarbeitern in die USA, zum Beispiel in das Werk im Bundesstaat Alabama, wird es wegen des verhängten Einreisestopps bis Mitte April nicht geben.

Mercedes-Benz /dpa

Das Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten wegen des Coronavirus, das US-Präsident Donald Trump in der Nacht zu Donnerstag ausgesprochen hat, verschärft die Situation auch für die Bremer Wirtschaft. Große Unternehmen haben allerdings bereits Vorkehrungen getroffen: Die Mitarbeiter von AB Inbev sind schon vorher kaum noch im Flieger anzutreffen gewesen. Die Sprecherin des Brauereikonzerns, Claudia Hauschild, sagte: „Wie von offizieller Seite angeraten, haben wir seit zwei Wochen für unser europäisches Geschäft die Dienstreisen in internationalen Flügen und Zügen eingestellt. Für das deutsche Geschäft herrscht zudem generelles Dienstreiseverbot außerhalb der jeweiligen Region.“ Bremen ist dabei stark vom Export abhängig: Nach Angaben der Handelskammer werden 65 Prozent der Industrieumsätze der Hansestadt im Ausland gemacht.

Autobauer Daimler hat im US-Bundesstaat Alabama ein Werk, in dem die C-Klasse sowie die SUV-Modelle GLE, GLE Coupé und GLS gebaut werden. Im Werk in South Carolina wird der Sprinter produziert. Ein Sprecher sagte: „Wir halten uns an die Weisungen und Vorgaben der US-Behörden. Für Details zu Auswirkungen ist es momentan noch zu früh.“ Dienstreisen in die USA wird es also bis Mitte April nicht geben. Das Bremer Werk ist Leitwerk für die C-Klasse.

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Die Vorkehrungen der USA sind auch Thema für den Lebensmittelhersteller Mondelez, der seinen Deutschlandsitz in Bremen hat. Der Stammsitz ist in Deerfield im US-Bundesstaat Illinois. Was Reisen von Deutschland innerhalb Europas und in die Welt angeht, sagte Sprecherin Jenny Linnemann: „Angesichts der sich rasch entwickelnden Situation folgen wir der Praxis vieler anderer Unternehmen und Behörden und schränken die Reisen von Mitarbeitern in bestimmte Regionen, darunter Asien, Europa und Nordamerika, sowie die Abhaltung großer Treffen weltweit ein.“ Mondelez International erzielt 39 Prozent seines Umsatzes in Europa. Reisen gibt es sonst regelmäßig in die Schweiz. Jenny Linnemann ergänzt: „Mit unserem deutschen Hauptsitz in Bremen haben wir eine enge Verbindung zu unserem europäischen Hauptsitz in Zürich. Unsere Mitarbeiter sind es gewohnt, ortsungebunden zu arbeiten und sind untereinander gut vernetzt.“

Überhaupt: So mancher wird nun verstärkt von daheim arbeiten. Für die Mitarbeiter in den deutschen Häfen ist das Homeoffice schwer möglich. Wie der Zentralverband der Seehafenbetriebe meldete, folgen die deutschen Seehäfen Vorgaben des Robert-Koch-Instituts sowie des hafenärztlichen Dienstes. Es heißt, dass für Hafenarbeiter keine Gefahren bestehen, die über die Gefahren für die Bevölkerung insgesamt hinausgehen.

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