Pilotenstreik bei der Lufthansa Flüge im Nordwesten fallen aus

Der Pilotenstreik hat zu Wochenbeginn viele Reisende im Nordwesten ausgebremst. Viele Flügen fielen aus. Gestrandete Passagiere gab es aber nicht - sie stiegen kurzerhand auf Auto und Bahn um.
01.12.2014, 12:40
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Der Pilotenstreik hat zu Wochenbeginn viele Reisende im Nordwesten ausgebremst. Viele Flügen fielen aus. Gestrandete Passagiere gab es aber nicht - sie stiegen kurzerhand auf Auto und Bahn um.

An den Flughäfen in Hannover und Bremen sind wegen des Pilotenstreiks zahlreiche Flüge ausgefallen. In Hannover musste die Lufthansa am Montag 7 Abflüge streichen, in Bremen waren es 5. Zu Szenen wie während des Bahnstreiks vor mehr als drei Wochen kam es am ersten Tag des Ausstands aber nicht. "Wir haben keine wartenden Passagiere, die übernachten müssen", sagte die Hannoveraner Flughafensprecherin Anika Studders. Viele Reisende stiegen auf Auto und Bahn um. Die Lufthansa-Tochter Germanwings ist von dem Streik nicht berührt.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit hatte den eineinhalb Tage langen Arbeitskampf am Sonntag angekündigt. Betroffen sind im Nordwesten von Montagmittag bis Dienstag um Mitternacht die Flüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München. Am Dienstag werden nach Angaben der Lufthansa in Hannover deshalb 12 und in Bremen 11 Abflüge entfallen. "Wir wollen am Mittwoch wieder weitgehend normal fliegen", sagte Sprecher Wolfgang Weber. Am Mittwoch werden in Hannover und Bremen jedoch noch jeweils ein Abflug als Nachwirkung des Streiks ausfallen.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Pilotengewerkschaft und der Fluglinie waren in der Nacht zum Samstag erneut gescheitert. Streit gibt es vor allem um die Übergangsversorgung für die rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen lassen. Dagegen wehren sich die Piloten.

Strittig sind zudem die Gehälter der Piloten und die künftige Billig-Strategie des neuen Konzernchefs Carsten Spohr. Beim Billigableger Eurowings und einer geplanten Billigtochter für die Langstrecke verdienen Piloten und Flugbegleiter deutlich weniger als ihre Kollegen in den Maschinen mit dem Kranichlogo. Auch die komfortable Übergangsversorgung vor dem Renteneintritt kommt ihnen nicht zugute.

Die Piloten hatten zuletzt im Oktober bei der Lufthansa gestreikt. In der Tarifauseinandersetzung mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April knapp 6000 Flüge streichen. Die Kosten für alle Streiks seit Jahresbeginn - darunter auch Ausstände von Beschäftigten an den Flughäfen - bezifferte das Unternehmen auf bislang rund 170 Millionen Euro.

Die Lufthansa hat eine Liste aller gestrichenen Verbindungen veröffentlicht. Fluggäste, deren Verbindungen nicht betroffen sind, können den aktuellen Status auf der Website der Lufthansa abfragen.

Über Umbuchungen und Reisealternativen informiert Lufthansa hier.

Weitere hilfreiche Informationen

>>Der Abflug- und Ankunftsplan des Flughafen Bremen

>>Der Abflug- und Ankunftsplan des Flughafen Hannover

>>Lesen Sie hier welche Rechte Sie als Fluggast bei Streiks haben

>>Aktuelle Fluginformationen der Lufthansa

(dpa)

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