Bremen stimmt Vorschlag des Gerichtes zu

Flugplatz Luneort wird eingefroren

Der Flugplatz Luneort in Bremerhaven ist seit fast drei Wochen geschlossen. So wird es vorerst auch bleiben, doch anders genutzt werden darf die Fläche voraussichtlich erst einmal nicht.
19.03.2016, 00:00
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Flugplatz Luneort wird eingefroren
Von Jürgen Hinrichs
Flugplatz Luneort wird eingefroren

Der Standort des geschlossenen Flugplatzes Luneort sei ideal für die Erprobung der Offshore-Anlage, sagt die Unternehmenssprecherin des Windkraftanlagenbauers Adwen. Zwar würden parallel auch Alternativen geprüft, Bremerhaven sei aber mit Abstand die erste Wahl.

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Der Flugplatz Luneort in Bremerhaven ist seit fast drei Wochen geschlossen. So wird es vorerst auch bleiben, doch anders genutzt werden darf die Fläche voraussichtlich erst einmal nicht, was wegen der Pläne für das Areal zu großen Problemen führen könnte.

Der Flugplatz wird gleichsam eingefroren, wenn ein Vergleich zustande kommt, den das Bremer Oberverwaltungsgericht (OVG) angebahnt hat. Am Freitagabend gingen bei Gericht die Schreiben der beiden Streitparteien ein. Darin stimmen sie dem Kompromiss zu. Nun muss das OVG noch darüber entscheiden. Da der Vorschlag vom Gericht kommt, geht es dabei wohl nur noch um einen formalen Akt.

Kontrahenten in der Angelegenheit sind das Land Bremen als zuständige Luftaufsichtsbehörde und der Aero-Club Bremerhaven. Das Land hat die Schließung des Flugplatzes verfügt, um an der Stelle den Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) zu bauen und zusätzliche Gewerbeflächen zu schaffen. Bedingung, den Flugbetrieb einstellen zu können, ist allerdings, dass zunächst mit dem Bau des OTB begonnen werden muss. Dies aber ist noch nicht der Fall, wie das OVG festgestellt hat. Der Aero-Club beruft sich darauf und fordert, den Flugplatz wieder zu öffnen.

Ersatz für Flugplatz

Die zweite Bedingung ist indes erfüllt. Es musste für den Flugplatz, von dem aus jahrzehntelang und nach Fahrplan Helgoland angeflogen wurde, Ersatz geschaffen werden. Der Helgoland-Verkehr wird seit einigen Wochen über den Flugplatz in Nordholz abgewickelt.

Das Land steht vor dem Dilemma, dass es sich einerseits darauf eingelassen hat, mit dem Bau des OTB zu warten, bis über den Eilantrag der Umweltschützer des BUND gegen das Projekt entschieden wurde. Es sollen davor keine unumstößlichen Fakten geschaffen werden. Andererseits behindert dieses Stillhalten die Pläne für die Flugplatz-Fläche.

"Schließung ist essenziell"

Auswirkungen könnte das unter anderem für ein Projekt des Windkraftanlagenbauers Adwen in Bremerhaven haben. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben den Bau eines Prototyps mit einer Leistung von acht Megawatt und einem Rotordurchmesser von 180 Metern. Die Anlage, sie gehört zu den größten der Welt, soll auf dem Land getestet und später auf See installiert werden.

„Die Schließung des Flugplatzes ist für uns essenziell“, sagte Unternehmenssprecherin Lisa-Marie von Raepke. Der Standort sei ideal für die Erprobung der Offshore-Anlage, die noch in diesem Jahr beginnen solle. Zwar würden parallel auch Alternativen geprüft, Bremerhaven sei aber mit Abstand die erste Wahl. „Weil unsere Firma dort ihren Sitz hat und wegen der vielen Zulieferer aus der Region, die uns auch bei diesem Projekt zuarbeiten können.“

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