Bremer Reaktionen auf Regierungsentscheidung Freude über Aus für Praxisgebühr

Bremen. Die Praxisgebühr ist ab Anfang 2013 Geschichte – das hat die Regierungskoalition beschlossen. In Bremen herrscht darüber große Freude.
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Von Karin Mörtel

Bremen. Die Praxisgebühr ist ab Anfang 2013 Geschichte – das hat die Regierungskoalition beschlossen. In Bremen herrscht darüber große Freude.

Die Praxisgebühr entfällt. Die Reaktionen auf diese Entscheidung der Bundesregierung fallen in Bremen sehr positiv aus. Sowohl Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) als auch die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KV) sehen sich mit ihren bisherigen Forderungen am Ziel.

„Die Senatorin begrüßt die Entscheidung ausdrücklich“, sagt die Sprecherin der Gesundheitsbehörde, Karla Götz. Bereits Ende September hatte Jürgens-Pieper sich deutlich gegen die Praxisgebühr ausgesprochen.

Damals hat sie 88.500 Unterschriften von Bremern und Bremerhavenern von der KV entgegengenommen, die sich an einer bundesweiten Aktion für die Abschaffung der Gebühr beteiligt hat. „In Bremen haben im Vergleich zur Größe des Bundeslandes extrem viele Menschen unterschrieben“, sagt KV-Sprecher Christoph Fox.

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Es sei eine Erleichterung für Ärzte und Patienten, dass die Gebühr nun nach neun Jahren endlich abgeschafft werde. Die ungeliebte Zuzahlung in Höhe von zehn Euro beim ersten Arztbesuch pro Quartal habe die erhoffte Steuerungswirkung verfehlt.

„Wir hatten eher den Eindruck, dass die Menschen anstatt weniger immer häufiger zum Arzt gegangen sind“, sagt Fox. Überspitzt ausgedrückt sei die Praxisgebühr im Bewusstsein der Patienten zu einer Art „Flatrate“ geworden: „Einmal bezahlt, drei Monate Arztbesuche inklusive.“ Damit sei zum Glück nun Schluss.

Bremens Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper betont, allein für den bürokratischen Aufwand seien etwa ein Viertel der eingenommenen 2 Milliarden Euro wieder aufgebraucht worden.

„Die Ärzte werden heilfroh sein, dass sie künftig dieses Bürokratiemonster los sind“, ist sich Fox sicher. Quittungen ausstellen, Geld einkassieren und überweisen sowie säumige Patienten mahnen – all das sei eine große Belastung für die Arztpraxen gewesen. Der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen freut sich über den Beschluss der Bundesregierung: „Das war eine gute und richtige Entscheidung.“

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