Fridays for Future

Klimastreik: Tausende Demonstranten ziehen durch Bremen

Fridays for Future veranstaltet am Freitag einen globalen Klimastreik. Auch in Bremen sind die Klimaaktivisten auf der Straße. Die Polizei hat den Osterdeich teilweise gesperrt.
24.09.2021, 12:39
Lesedauer: 2 Min
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Klimastreik: Tausende Demonstranten ziehen durch Bremen
Von Patricia Friedek

Die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future hat für den heutigen Freitag, 24. September, einen globalen Klimastreik angekündigt. Auch in Bremen findet der Protest statt. Laut Veranstalter nehmen rund 15.000 Menschen an dem Protestzug im Stadtgebiet teil.

In Begleitung der Polizei zogen die Demonstranten durch die Innenstadt und kamen gegen 12 Uhr am Osterdeich an. Neben Schülern und Studenten sind auch viele Eltern und Rentner unter ihnen. Zudem haben sich unter anderem Imker, die Evangelische Jugend sowie das Bremer Friedensforum angeschlossen.

Zunächst waren nur rund 3000 Demonstranten erwartet worden. Wegen der wachsenden Zahl der Teilnehmer sperrte die Polizei den Osterdeich zwischen Tiefer und Sielwall. Der Verkehr wird über die Lüneburger Straße umgeleitet. Gegen 12.30 Uhr drohte die Polizei laut Veranstalter damit, den Streik aufzulösen, wenn nicht mehr Abstand auf dem Osterdeich gehalten wird. Die Veranstalter baten immer wieder darum, sich weiter zu verteilen weiter auseinander zu rücken. Auch Menschen aus einem Haushalt sollten demnach Abstand halten. Der Start der für 12.30 Uhr geplanten Abschlusskundgebung verzögerte sich zunächst.

Vor der Bundestagswahl auf Klimaschutz aufmerksam machen

Einer der Teilnehmer ist Michael Horling, er hält ein Schild hoch, darauf die Forderung "Stoppt Braunkohle". „Die Demonstration ist nicht ganz so groß wie vor zwei Jahren, aber dafür umso intensiver“, sagt er. Bereits als Kind sei er auf den Anti-Atom-Demos gewesen, jetzt stehe er gegen fossile und für erneuerbare Energien ein.

Zum ersten Mal dabei ist Nadine Wulf. Die Biologie-Studentin möchte, insbesondere vor den Wahlen am Sonntag, noch einmal auf Themen aufmerksam machen, die sonst untergehen. "Es muss ein generelles Umdenken geben, weniger Fokus auf den Kapitalismus", sagt sie. Ähnlich sieht das auch Wolf Rogowski. Der Professor für Management und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen an der Universität Bremen ist Teil der Scientists-for-Future-Gruppe. "Ich glaube, dass Klimaschutz und der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft das wichtigste Anliegen unserer Generation ist", sagt Rogowski. Er hofft auf einen Wandel nach der Bundestagswahl. "Das Wichtigste ist, dass der CO2-Preis so hoch ist, dass er eine Steuerungswirkung entfacht."

Weiter 1,5-Grad-Politik gefordert

"Unsere zentrale Forderung bleibt eine 1,5-Grad-konforme Politik und ein früherer Ausstieg aus der Kohle sowie allen fossilen Energien", sagt Milan Wischnath, Sprecher von Fridays for Future Bremen. Diesmal gehe es verstärkt darum, auf den globalen Süden hinzuweisen und auf die dort besonders stark betroffenen Menschen. Die Besonderheit in diesem Jahr ist laut Wischnath, dass zwei Tage später die Bundestagswahl stattfindet. "Keine der Parteien hat derzeit ein Programm, das 1,5-Grad-konform ist. Das bedeutet für uns, den Druck von der Straße zu erhalten und künftig zu erhöhen."

Deutschlandweit waren 470 Aktionen von Fridays for Future geplant. Die Veranstalter wiesen im Vorhinein darauf hin, dass Demonstrationsteilnehmer Masken tragen und Abstände einhalten müssen und mit Erkältungssymptomen lieber zu Hause zu bleiben sollten.

Des Weiteren plant der Bremer Tierschutzverein am Sonnabend um 11 Uhr mit mehreren hundert Teilnehmenden eine Kundgebung auf dem Marktplatz und einen anschließenden Demozug, der um 15 Uhr enden soll. Die Polizei begleitet nach eigenen Angaben die Versammlungen und weist darauf hin, dass es auf den genannten Strecken zu Verkehrsbehinderungen kommt. Sie bittet Autofahrerinnen und Autofahrer, die Bereiche zu umfahren oder zu meiden.

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