Gewalt gegen Frauen Es ist ein gesellschaftliches Problem

Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem. Beschimpfungen, Stalking, Schläge und Vergewaltigung sind keine Einzelfälle. Es ist ein gesellschaftliches Problem, meint Gastautorin Ulrike Kothe.
25.11.2022, 19:55
Lesedauer: 2 Min
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Von Ulrike Kothe

Nicht nur am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen sollten wir dafür eintreten, dass jede Frau – egal woher sie stammt, wo und wie sie lebt oder welche Ziele sie im Leben hat – geschützt und Gewalt an Frauen geächtet und bestraft wird.

Jede dritte Frau in der Europäischen Union hat seit ihrem 15. Lebensjahr Gewalt erfahren. In Deutschland erleben ein Viertel aller Frauen Gewalt in einer Partnerschaft oder Stalking, zwei von drei Frauen sind sexuell belästigt worden.

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Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter: Es gibt psychische Gewalt, etwa durch Mobbing am Arbeitsplatz oder Altersdiskriminierung, die zum Beispiel verbal und durch Ausgrenzung verübt wird. Auch Kontrolle und Belästigung durch Stalking ist eine erhebliche psychische Belastung. Körperliche Gewalt kann in aller Öffentlichkeit stattfinden, etwa durch Übergriffe auf queere Menschen. Sie geschieht aber auch hinter verschlossenen Türen, etwa in der Partnerschaft. Die Bandbreite ist groß und reicht von Beschimpfungen und Demütigungen, über Isolation, Schläge, Vergewaltigung bis zu Mord – auch hier in Bremen.

Es sind keine Einzelfälle, Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem. Sie betrifft Frauen jeden Alters, ganz gleich, woher sie kommen und wo sie wohnen, ob sie in einer Partnerschaft leben oder wie ihre finanzielle Situation ist. Trotz allen gesellschaftlichen Fortschritts gibt es sie nach wie vor, täglich und überall.

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Im Iran protestieren Tausende derzeit unter dem Motto „Frauen – Leben – Freiheit“ gegen die Gewalt der Sittenpolizei des Regimes. In der Ukraine und anderen Kriegsgebieten werden Frauen durch Soldaten vergewaltigt. In Afghanistan sind Mädchen und Frauen Bildung und Berufstätigkeit verwehrt. Und jetzt dürfen Frauen dort keine öffentlichen Parks und Gärten mehr besuchen, um an der frischen Luft spazieren zu gehen. Sie sind, anders als Männer, von den Machthabern in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und praktisch ans Haus gefesselt.

Das sind ebenfalls Formen von Gewalt. Wir evangelischen Frauen treten auch für die Auseinandersetzung mit der kirchlichen Schuldgeschichte in Bezug auf die Unterdrückung und Verfolgung von Frauen ein. Sie ist eine bleibende Aufgabe, denn manche Kirchen tragen noch heute dazu bei, frauenfeindliche Strukturen aufrechtzuerhalten. Und wir haben höchsten Respekt vor den mutigen Frauen, die in vielen Ländern unter Lebensgefahr gegen ihre Unterdrückung protestieren, und solidarisieren uns mit ihnen.

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Zur Person

Unsere Gastautorin

ist Referentin beim Verein „Evangelische Frauen in Bremen“ und frühere Diakonin der evangelischen Kirchengemeinde Grohn.

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