Immobilien Neuwieder Straße 1 und 3 Gewoba will heruntergekommene Blöcke kaufen

Bremen. Die Gewoba plant, die beiden stark heruntergekommen Wohnblöcke Neuwieder Straße 1 und 3 in Tenever zu kaufen. Das sagte am Dienstag Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne), der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gewoba ist.
27.01.2010, 06:10
Lesedauer: 2 Min
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Gewoba will heruntergekommene Blöcke kaufen
Von Michael Brandt

Bremen. Die Gewoba plant, die beiden stark heruntergekommen Wohnblöcke Neuwieder Straße 1 und 3 in Tenever zu kaufen. Das sagte gestern Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne), der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gewoba ist. Der Kauf sei aufgrund unüberschaubarer Eigentumsverhältnisse jedoch nicht einfach. Die Stadtbürgerschaft debattierte auf Anfrage der grünen Fraktion darüber, wie die Situation in den Gebäuden verbessert werden kann.

Anwohner waren zu diesem Tagesordnungspunkt angereist und forderten vor Sitzungsbeginn mit einem Transparent auf dem Marktplatz die sofortige Instandsetzung ihrer Wohnungen. Laut Flugblatt fallen in den Blocks Fahrstühle und Heizungen aus, es gibt unter anderem ein Schimmelproblem und die Fenster sind undicht.

Nach Informationen der Projektgruppe Tenever sind in den vergangenen Jahren fünf verschiedene Wohnungsverwalter für die Immobilien zuständig gewesen, viermal habe der Eigentümer gewechselt. Zuletzt habe erst im Januar die Schweizer 'Corestate Capital AG' die Objekte im Paket mit insgesamt 4700 Wohnungen erstanden.

Senator Loske machte deutlich, dass Bewohnerinnen und Bewohner der Immobilien, die aus der Neuwieder Straße ausziehen, aber in Tenever bleiben möchten, vom Amt für Soziale Dienste 'ohne Ausnahme' unterstützt würden. Umzugskosten und Mietkautionen würden übernommen. Seine Erfahrung sei aber, dass die meisten Betroffenen in ihren Wohnungen bleiben wollten, weshalb für ihn eine Sanierung die erste Option sei.

Loske stellte dar, dass es in der Vergangenheit mehrfach Begehungen gegeben habe und die Eigentümer auch mehrfach aufgefordert worden seien, die aufgezeigten Mängel zu beseitigen. Im Rahmen eines Besitzerwechsels hat Bremen im Jahr 2006 ein Vorkaufsrecht besessen, schilderte er. Dies sei indes nicht genutzt worden, weil zu diesem Zeitpunkt vom Eigentümer gerade Sanierungsarbeiten begonnen worden seien. Auch jetzt stellen die Eigentümer wieder Veränderungen in Aussicht. Die Hausverwaltung Hermes hat für die Neuwieder Straße 3 neue Aufzüge und die Sanierung des Eingangsbereichs in Aussicht gestellt.

Für die Linksfraktion ist der Zustand der Blöcke Beleg dafür, dass 'Wohnungsbau in die öffentliche Hand' gehört. Klaus-Rainer Rupp: Der Verfall der Häuser zeige, dass es sinnvoll gewesen wäre, sie rechtzeitig zurück in die Zuständigkeit der Kommune zurückzuholen. 'Wir haben schon oft erlebt, dass Investoren die Bestände vergammeln lassen.' Der grüne Sozialpolitiker Mustafa Öztürk ergänzt: 'Das ist ein abschreckendes Beispiel dafür, was ein international tätiger Finanzkonzern im Wohnungsbereich anrichten kann. Die Mieten werden kassiert, aber nichts investiert. Das Nachsehen haben die Menschen."

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