Baudeputation stimmt Planungen zu Grünes Licht für Kühne: Bremen verkauft Grundstück

Die Bürgerschaft hat grünes Licht für den Neubau des Kühne-Hauses in der Bremer City gegeben. Ein 1000-Quadratmeter-Grundstück der Stadt soll verkauft werden. Nur die Linke verweigerte ihre Zustimmung.
11.02.2016, 00:00
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Grünes Licht für Kühne: Bremen verkauft Grundstück
Von Jürgen Theiner

Die Bürgerschaft hat grünes Licht für den Neubau des Kühne-Hauses in der Bremer City gegeben. Ein 1000-Quadratmeter-Grundstück der Stadt soll verkauft werden. Nur die Linke verweigerte ihre Zustimmung.

Nur die Linke verweigerte am Donnerstag ihre Zustimmung zum Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan und zum Verkauf eines knapp 1000 Quadratmeter großen Grundstücks im Einmündungsbereich von Wilhelm-Kaisen-Brücke und Martinistraße. Ohne diese Ergänzung seines Firmengeländes könnte der Logistikkonzern Kühne + Nagel den Neubau seiner Bremer Niederlassung nicht realisieren.

Über die städtebauliche Qualität des Entwurfs war in den vergangenen Wochen öffentlich intensiv diskutiert worden. In der Baudeputation prallten die unterschiedlichen Ansichten erneut aufeinander. Für die Linke befand Claudia Bernhard, die vorgeschlagene Architektur füge sich nicht in die bauliche Umgebung ein. Bernhard fühlte sich gar an einen Bau aus der Mussolini-Ära in Rom erinnert – ein Vergleich, der für allgemeines Stirnrunzeln sorgte. Bausenator Joachim Lohse (Grüne) fühlte sich zu der Frage veranlasst: „Wann waren Sie eigentlich das letzte Mal beim Optiker?“

Grüne und SPD beklagen fehlenden Architektenwettbewerb

Vertreter von SPD, CDU und Grünen gaben ihre Zustimmung zu den Plänen von Kühne + Nagel zu Protokoll, wenn auch ohne Überschwang. Am eindeutigsten bekannte sich die CDU zu Form und Inhalt des Projekts. „Wir begrüßen den Bau und die Tatsache, dass Kühne + Nagel dort Platz für 800 Arbeitsplätze schafft“, sagte Frank Imhoff.

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Bei den Vertretern des rot-grünen Regierungsbündnisses klang das ,Ja’ etwas verhaltener, war aber letztlich eindeutig. „Etwas weniger Baumasse wäre gut gewesen“, meinte etwa Robert Bücking, der baupolitische Sprecher der Grünen. Gemeinsam mit dem baupolitischen Sprecher der SPD, Jürgen Pohlmann, beklagte er, dass sich Kühne + Nagel gegen einen Architektenwettbewerb gesträubt hatte.

Klimaschutz: Kritik für Umweltsenator Lohse

Größeren Raum nahm in der Deputationssitzung auch die Entwicklung der Kohlendioxid-Emissionen im Land Bremen ein. Grundlage war ein Bericht der Verwaltung, aus dem hervorgeht, dass Bremen von der gesetzlich angestrebten Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes von 40 Prozent im Jahr 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990 noch weit entfernt ist. Im letzten statistisch erfassten Jahr 2013 lag die Einsparungsquote erst bei 7,4 Prozent.

Dafür musste sich Senator Lohse Kritik anhören, die teils harsch ausfiel. Während sein Parteifreund Ralph Saxe sich mit der Bewertung „unbefriedigend“ begnügte, holzte Heiko Strohmann (CDU) kräftig los. „Vom Quatschen wird das Klima nicht besser“, warf Strohmann der Regierungskoalition vor. Was sie auf dem Gebiet des Klimaschutzes vorzuweisen habe, sei eine Bilanz der Versäumnisse.

Lohse räumte ein, dass insbesondere Müllverbrennung und Kohleverstromung bisher verhinderten, dass Bremen einen ausreichenden Beitrag zur Kohlendioxid-Reduzierung leiste. Es gebe jedoch auch positive Ansätze. So liege das Land bei der Erzeugung von Strom mit Photovoltaik-Anlagen bereits um mehr als 300 Prozent über dem für 2020 angepeilten Ziel.

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