Nagels Rücktritt

Günthner wird Nagel-Nachfolger

Bremen. Martin Günthner (SPD) soll neuer Wirtschaftssenator und damit Nachfolger des zurückgetretenen Ralf Nagel werden. Diesem Vorschlag von Bürgermeister Jens Böhrnsen ist gestern der sozialdemokratische Landesvorstand einstimmig gefolgt.
12.02.2010, 19:14
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Günthner wird Nagel-Nachfolger
Von Wigbert Gerling
Günthner wird Nagel-Nachfolger

Uwe Beckmeyer (links) präsentiert den neuen Kandidaten für das Amt des Wirtschaftssenators martin Günthner.

Frank Thomas Koch

Bremen. Martin Günthner (SPD) soll neuer Wirtschaftssenator und damit Nachfolger des zurückgetretenen Ralf Nagel werden. Diesem Vorschlag von Bürgermeister Jens Böhrnsen ist gestern der sozialdemokratische Landesvorstand einstimmig gefolgt. Günthner, 34 Jahre alt, kann nun von einem Landesparteitag der SPD offiziell nominiert werden, um sich dann am 24. Februar in der Bürgerschaft zur Wahl in den Senat zu stellen.

Senator für Wirtschaft und Häfen sowie Justiz und Verfassung – so lautet in voller Länge das Aufgabengebiet, das auf Günthner wartet. Der gebürtige Bremerhavener hat nach dem Abitur Philosophie und Kulturgeschichte studiert und ist heute selbstständiger Kommunikations- und PR-Berater. In der SPD ist Günthner stellvertretender Vorsitzender in Bremerhaven. Der Bürgerschaft, wo er hafenpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionschef ist, gehört er seit 1999 an.

SPD-Landeschef Uwe Beckmeyer stellte gestern nach dem Vorstandsvotum den Kandidaten vor, der „nach mehrstündiger und reiflicher Überlegung“ nun vorgeschlagen werde. Er sei überzeugt, so Beckmeyer, dass Günthner „der Richtige und Passende“ sei. Auch der Bremerhavener Oberbürgermeister Jörg Schulz sei im Gespräch gewesen, doch der habe eine andere Lebensplanung vor Augen und wolle nicht in die Landesregierung einziehen.

Günthner sagte, er sehe die Aufgabe im Kabinett als „persönliche Herausforderung“, die fraglos „spannend“ sei. Er wolle sich „zum Wohle Bremens“ für das Amt engagieren.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp kommentierte den Personalvorschlag Günthner mit dem Satz: „Ich hätte nicht gedacht, dass die SPD einen Wirtschaftssenator findet, der noch weniger Ahnung von der Materie hat als Ralf Nagel.“ Der Kandidat sei ein Parteifunktionär, dem es an Sachverstand auf dem Feld der Wirtschaft mangele. Der Christdemokrat: „Und von der Justiz hat er genau so wenig Ahnung wie eine Ameise von Elefanten.“

Die konkreten Gespräche hatten gestern in den Morgenstunden im Rathaus begonnen: Wer soll die Nachfolge Nagel antreten, der am Vortag seine Ämter niedergelegt hatte? Vier SPD-Spitzenpolitiker, so hieß es, seien in der Regierungszentrale zusammengekommen: Siegfried Breuer, Parteichef in Bremerhaven, Bürgermeister Jens Böhrnsen, der Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer und Björn Tschöpe, Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft.

Im Vorfeld standen bereits einige Namen deutlich im Vordergrund, wenn über die Nagel-Nachfolge nachgedacht wurde. Der Bremerhavener Oberbürgermeister Jörg Schulz stand weit oben auf der Kandidatenliste, ebenso der Bürgerschaftsabgeordnete Martin Günthner. Nachdem sich Bürgermeister Böhrnsen auf Günthner festgelegt hatte, tagte der SPD-Landesvorstand und unterstützte diesen Vorschlag.

In kurzer Sitzung legte der Senat gestern auch fest, wer bis zur Nachwahl des Regierungsmitglieds die Nagel-Ämter führt. Resultat: Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper bekommt die Geschäftsbereiche Justiz und Verfassung, Ulrich Mäurer übernimmt neben dem Innenressort auch die Aufgabenfelder Wirtschaft und Häfen.

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