Energiebericht der Landesregierung Hohe Investitionen in öffentliche Gebäude

Um Stromkosten einzudämmen, investiert die Bremer Landesregierung Millionen für Fenster und Dächer in öffentlichen Gebäuden. Zu den Zielen gehöre unter anderem der sparsame Umgang mit Energieträgern.
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Hohe Investitionen in öffentliche Gebäude
Von Wigbert Gerling

Um Stromkosten einzudämmen, investiert die Bremer Landesregierung Millionen für Fenster und Dächer in öffentlichen Gebäuden. Zu den Zielen gehöre unter anderem der sparsame Umgang mit Energieträgern.

Im Übersee-Museum wurden mit gut 533 000 Euro die Fenster saniert, im Jugendfreizeitheim Gröpelingen 145 000 Euro für die Dämmung des Daches ausgegeben – zwei Beispiele für Baumaßnahmen, die dazu beitragen sollen, dass in öffentlichen Gebäuden der Energieverbrauch möglichst gering ist. In einer umfangreichen Dokumentation hat das Finanzressort eine Bilanz für das vergangene Jahr und auch Vergleiche zur Zeit davor gezogen. Die Energiekosten insgesamt sind demnach in den vergangenen zehn Jahren von etwa 34 Millionen Euro auf knapp 49 Millionen Euro im Jahr 2014 gestiegen, was damit begründet wird, dass unter anderem der Strom teurer wurde.

„Energiebericht für die öffentlichen Gebäude der Stadtgemeinde Bremen und der Landesgebäude der Freien Hansestadt Bremen“ lautet der Titel der Übersicht zur Entwicklung im vergangenen Jahr. Im Vorwort wird daran erinnert, dass die Bürgerschaft im März 2015 ein Klimaschutz- und Energiegesetz verabschiedet habe. Zu den Zielen gehöre der sparsame Umgang mit Energieträgern und damit auch die Verringerung des Schadstoffausstoßes. Seit 2010, so heißt es, seien die Kohlendioxid-Emissionen von 126 000 auf 120 000 gesenkt worden.

Um diese Tendenz zu untermauern, so heißt es in dem jetzt vorgelegten Energiebericht, würden in öffentlichen Gebäuden trotz der zunächst hohen Investitionen unter anderem die Dächer oder Fenster saniert. Angefügt ist dem Text eine Liste mit einigen Immobilien, in die bis Ende 2014 mindestens 80 000 Euro zur Senkung des Energieverbrauchs investiert wurden. Die höchste Einzelsumme unter der Rubrik „Kosten energetische Maßnahme“ ist für das Schulzentrum der Sekundarstufe II in Utbremen eingetragen: 2,4 Millionen Euro. Unter anderem seien mit dem Geld die Fassade und die Fenster saniert worden.

Arbeiten am Kindertagesheim Rönnebeck

Der Austausch von Fenstern, um so den Energieverbrauch einzudämmen, taucht in der Liste der Investitionen von über 80 000 Euro mehrfach auf. Neben dem Übersee-Museum gab es entsprechende Arbeiten am Kindertagesheim Rönnebeck – Kosten: gut 800.000 Euro – oder bei der Polizei für rund 194.000 Euro.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Dächer an öffentlichen Gebäuden. Entsprechende Sanierungsarbeiten gab es laut Übersicht aus dem Finanzressort unter anderem an der Schule Landskronastraße, wo gut eine Million Euro investiert worden sei. Ein um rund 300.000 Euro höherer Betrag wurde zur energetischen Sanierung am Gymnasium Vegesack zur Verfügung gestellt, wo die „Gesamtsanierung“ der Turnhalle auf die Tagesordnung gekommen und laut Übersicht im vergangenen Jahr abgeschlossen worden war.

In den vergangenen rund 15 Jahren ging laut Landesregierung der Energieverbrauch für Wärme um etwa 30 Prozent zurück. Ob in Schulen oder Behördengebäuden – seit einiger Zeit gibt es demnach einen „kontinuierlichen Rückgang“, wie es in dem Bericht heißt. Die Wärmedämmung und das Auswechseln von Fenstern spielten dabei eine Rolle. Aber dies sei nicht alles.

Auffällligkeit am Kippenberg-Gymnasium

Unter der Überschrift „einige typische Beispiele aus der Praxis“ wird in der Übersicht unter anderem darauf verwiesen, dass an Schulen in den Ferien die Heizungsanlagen heruntergedreht würden. Und wenn es beispielsweise Beschwerden gebe, die Räume seien zur Unterrichtszeit nicht warm genug, würden Messungen veranlasst. Wenn sich dann nach einer Woche oder 14 Tagen zeige, dass die Temperaturen nicht zu beanstanden seien, „wird dies in der Regel akzeptiert“. Eine höhere Beheizung sei dann oft kein Thema mehr – wie ein Beispiel am Alten Gymnasium gezeigt habe.

Bei der Wasserversorgung gab es laut Bericht eine Auffälligkeit am Kippenberg-Gymnasium. Der Verbrauch sei so hoch gewesen, dass man eine Untersuchung eingeleitet habe. Das Ergebnis der Recherche: Es wurde der Bruch eines Wasserrohres festgestellt.

Ein sparsamer Umgang mit Wasser und Energie gehört nach Einschätzung der Landesregierung zu den Themen, bei denen die Schulen ihre „Vorbildfunktion“ erfüllten. Mit gezielten pädagogischen Programmen sei der Verbrauch bereits „deutlich und nachhaltig“ verringert worden.

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